Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) empfiehlt, am Grenzübergang „Red Bridge“ eine Prepaid-Option für Inspektionsgebühren einzuführen, um Wartezeiten zu verkürzen und die Effizienz zu steigern.
Laut ADB würde die Möglichkeit der Vorauszahlung die Abfertigung der Fracht bei Ankunft beschleunigen und die Verwaltungslast für Händler und Zollbehörden senken.
Diese Empfehlung ist Teil der CAREC-Initiative (Zentralasiatische regionale Wirtschaftszusammenarbeit), die 2001 ins Leben gerufen wurde, um wirtschaftliche Unterschiede zu verringern und die regionale Integration zu fördern. Die ADB präsentierte ihre Analyse des Kontrollpunkts „Red Bridge“ im Rahmen der CAREC-Bewertung des Transport- und Handelserleichterungsindexes.
Der Kontrollpunkt erhielt eine gewichtete Gesamteffizienzbewertung von 71 %. Die Teilbewertungen lagen bei 0,55 (79 %) für „Zollverfahren und Formalitäten“, 0,15 (77 %) für „Zollkoordination“, 0,25 (64 %) für „Transport-Infrastruktur“ und 0,05 (0 %) für „Transportregulierung“.
Zu den Stärken zählte die ADB die elektronische Bearbeitung wichtiger Dokumente, eine starke IKT-Infrastruktur, die Zollabfertigung vor Ankunft, den elektronischen Datenaustausch mit dem georgischen Zoll sowie die gegenseitige Anerkennung von Kerndokumenten.
Hauptprobleme sind aber: Pflicht zur Vorlage von Originaldokumenten (Pässe, Berufskraftfahrerlizenzen, Versicherungen etc.), keine Möglichkeit zur elektronischen Antragstellung für Zollrückerstattungen oder CMR-Frachtbriefe, keine Prepaid-Option für Inspektionsgebühren, begrenzter Einsatz der Fahrzeug-ID-Scans (nur in 50 % der Fälle), Gewicht- und Größenbeschränkungen für Lkw, getrennte Grenzkontrollen ohne Koordination und eine niedrige Durchsatzrate — nur 4,7 Lkw pro Spur und Stunde.
Trotz erheblicher Logistikinfrastruktur führen Staus und Engpässe zu den längsten Wartezeiten aller regionalen Grenzpunkte.
Da große Mengen frischer Zitrusfrüchte über „Red Bridge“ transportiert werden, empfiehlt die ADB zudem den Bau eines Kühlhauses in der Nähe.
„Frisches Obst ist leicht verderblich und temperaturempfindlich. Grenzkontrollen, Verzögerungen und fehlende Lagerung verkürzen die Haltbarkeit und führen zu Verderb. Ein Kühlhaus würde helfen, die Produktqualität zu erhalten und Verluste zu minimieren“, so der Bericht.
Seit 2001 wurden im Rahmen von CAREC mehr als 51 Milliarden Dollar in 276 regionale Projekte investiert, mit Fokus auf multimodale Verkehrsnetze, Handelserleichterung, Mobilität und die Entwicklung wirtschaftlicher Korridore.
Die größten Empfänger von CAREC-Transportinvestitionen sind Kasachstan (24,6 % bzw. 8,44 Mrd. Dollar), Usbekistan (19 % bzw. 6,52 Mrd.) und Aserbaidschan (16,3 % bzw. 5,59 Mrd.). Die Verkehrsinfrastruktur macht 67,4 % der Gesamtinvestitionen aus — rund 34,3 Milliarden Dollar.
Die ADB betont, dass die meisten CAREC-Länder reich an natürlichen Ressourcen sind, mit Aserbaidschan und Kasachstan als führenden Öl- und Gasexporteuren sowie der Mongolei, Turkmenistan und Usbekistan mit bedeutenden Mineralvorkommen. 2023 erreichten die Gesamtexporte der CAREC-Länder 202 Milliarden Dollar, wobei Kasachstan mit 84,39 Mrd., Aserbaidschan mit 38,15 Mrd. und Pakistan mit 31,18 Mrd. zusammen etwa 70 % der Regionsexporte stellten.
