Aserbaidschans Goldexporte sind deutlich gestiegen. Zwischen Januar und Mai dieses Jahres exportierte das Land Gold im Wert von 121,3 Millionen US-Dollar. Das sind 2,7-mal bzw. 76 Millionen US-Dollar mehr als im gleichen Zeitraum 2024. Allein im Mai beliefen sich die Exporte auf 25,9 Millionen US-Dollar – ein Zuwachs von 86,3 % im Jahresvergleich. Die Frage ist nun, ob sich dieses Wachstum auch künftig halten lässt.
„Förderung steigt, Preise auch“
Laut Rovshan Amirjanov, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des Aserbaidschanischen Juwelierverbands und Vorsitzender des Technischen Komitees für „Edelmetalle und Edelsteine“, befindet sich der Goldexport des Landes seit fünf Jahren auf einem kontinuierlichen Wachstumspfad und erreichte im ersten Halbjahr 2025 ein Rekordniveau. Hauptgrund dafür ist der Anstieg der Goldpreise auf den Weltmärkten, begünstigt durch geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte, die Schwäche des US-Dollars sowie eine steigende Nachfrage seitens der Zentralbanken und institutioneller Investoren. Anfang Juni 2025 erreichte der Goldpreis kurzfristig 3.400 US-Dollar je Unze, bevor er sich im Bereich von 3.370 bis 3.380 US-Dollar stabilisierte.
Steigende Förderkapazität
Amirjanov betonte, dass auch die heimische Goldförderung zugenommen habe – dank neuer erschlossener Vorkommen, technologischer Innovationen und umfangreicher geologischer Erkundungen. Dies habe sich direkt positiv auf das Exportvolumen und den Gesamtwert ausgewirkt.
Staatliche Unterstützung und Exportanreize
Die Regierung setzt auf die schrittweise Erschließung neuer Vorkommen, die Optimierung von Produktionsprozessen mit moderner Technologie, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Einhaltung von Umweltstandards. Wichtige Fördermaßnahmen sind unter anderem die Rückerstattung der Mehrwertsteuer und vereinfachte Zollverfahren.
Ziel: neue Märkte erschließen
Mittel- bis langfristig will Aserbaidschan nicht nur Volumen und Wert seiner Goldexporte steigern, sondern auch den Anteil von Schmuckwaren in der Exportstruktur deutlich erhöhen.
Ökonom warnt: Neue Vorkommen nötig
Der Wirtschaftsexperte Emin Garibli weist darauf hin, dass trotz günstiger Ressourcenlage und stabiler Preise Gold ein endlicher Rohstoff ist. Um das Wachstum langfristig zu sichern, sei es entscheidend, neue Vorkommen zu entdecken – auch in den jüngst befreiten Gebieten –, um Förderung und Export aufrechtzuerhalten.
