In den letzten Jahren hat sich die Problematik des Mangels an qualifizierten Ärzt*innen in den Regionen weiter zugespitzt. Tausende Menschen fahren inzwischen täglich nach Baku, um sich untersuchen und behandeln zu lassen.
Der Pharmakologe Aydin Aliyev betonte, dass für ein effektives Funktionieren des regionalen Gesundheitssystems eine funktionierende Infrastruktur notwendig sei.
„Ja, in unseren Regionen gibt es einen Ärztemangel. Zunächst aber müssen Polikliniken und Ambulanzen voll funktionsfähig sein. Voraussetzung dafür ist die Bevölkerung in diesen Regionen. Derzeit beobachten wir eine massive Abwanderung aus ländlichen Gebieten in die Städte. Dies wirkt sich negativ auf die Zahl der medizinischen Fachkräfte aus. In Baku übersteigen sowohl die Zahl der Mediziner als auch das medizinische Leistungsniveau die regionalen Werte deutlich. Damit Ärzt*innen in den Regionen bleiben, muss dort Bevölkerung vorhanden sein. Unter den aktuellen Bedingungen lastet eine enorme Belastung auf den verbleibenden Ärzten“, so Aliyev.
A. Aliyev wies zudem auf einen Komplex von Faktoren hin, die die Gesundheitsprobleme der Landbevölkerung verschärfen: ungünstige natürliche, ökologische und ernährungsbedingte Einflüsse begünstigen Krankheiten. Bei Personalmangel ist es kaum möglich, jedem Patienten ausreichend Zeit zu widmen — deshalb müssten alle Gesundheitsinstitutionen ihre Anstrengungen koordinieren und gemeinsam an Lösungen arbeiten.
