Moskau reagierte scharf, nachdem Baku signalisiert hatte, es könne sein selbst auferlegtes Embargo auf Waffenlieferungen an die Ukraine überdenken, falls Russland eine Politik verfolge, die Aserbaidschan als „aggressiv“ gegenüber seinen nationalen Interessen betrachtet.
Bei einem Briefing am 13. August sagte der russische Außenministeriumssprecher Alexej Fadejew: „Aserbaidschan kennt die Position Russlands zu Waffenlieferungen an die Ukraine — das wird die Lage nur verschlimmern.“
Die Äußerung folgt einem Bericht von Caliber.az vom 10. August, wonach verlässliche Quellen angeben, dass Baku das Embargo prüfen könnte, sollte Moskau eine feindselige Haltung beibehalten. Dem Bericht zufolge haben russische Truppen wiederholt energiebezogene Anlagen aserbaidschanischer Eigentümer in der Ukraine ins Visier genommen, was die Behörden in Baku veranlasst hat, Gegenmaßnahmen in Erwägung zu ziehen — ein Schritt, der den Bruch in den bilateralen Beziehungen vertiefen könnte.
Die Spannungen eskalierten nach dem nächtlichen Drohnenangriff am 8. August auf das Öltanklager von SOCAR in der Region Odessa. Fünf Shahed-Drohnen trafen die Anlage, lösten einen Brand aus und beschädigten eine Dieselleitung. Vier SOCAR-Mitarbeiter wurden schwer verletzt. Es war der zweite derartige Angriff innerhalb weniger Wochen auf in der Ukraine mit Aserbaidschan verbundenen Anlagen — zuvor war eine Gasverteilstation nahe Orlivka, Teil der Trans-Balkan-Pipeline, die seit dem 28. Juni aserbaidschanisches Gas nach Ukraine liefert, ebenfalls getroffen worden.
Kritiker in Baku betonen die Ironie, dass Moskau Aserbaidschan der „Eskalation“ bezichtigt, während eigene Aktionen ignoriert werden. Wie ein Beobachter sagte: „Der Auslöser der gegenwärtigen Krise in den aserbaidschanisch-russischen Beziehungen ist ganz gewiss nicht Baku.“
