Irans Außenminister Abbas Araghchi sagt, das Transportprojekt „Trump Route“ (TRIPP), das Festlandaserbaidschan mit seiner Exklave Nachitschewan über die armenische Provinz Syunik verbinden soll, respektiere Irans „rote Linien“ und stelle keine Bedrohung für die territoriale Integrität des Landes dar.
In einem Interview mit IRNA erklärte Araghchi, Armenien habe intensive Diplomatie betrieben, um Teherans Bedenken auszuräumen. Ministerpräsident Nikol Paschinjan und Außenminister Ararat Mirzojan hätten persönlich iranische Führungspersonen kontaktiert; ein stellvertretender Außenminister sei nach Teheran gereist, um detaillierte Erklärungen zu liefern.
„Wir befürchteten, dass Baku die Kontrolle über Syunik übernehmen könnte, um eine direkte Landverbindung herzustellen“, sagte Araghchi. „Doch Aserbaidschan hat uns zugesichert, dass solche Pläne vom Tisch sind. Das Projekt ist schlicht eine Straße, die von einer in Armenien registrierten amerikanischen Ingenieurfirma gebaut wird und dem armenischen Recht unterliegt. Es steht unter armenischer Souveränität, und es gibt keine amerikanischen Truppen in der Nähe unserer Grenzen. Alle roten Linien Irans wurden respektiert.“
Er betonte, dass die Sicherheit entlang der Route von armenischen Behörden gewährleistet werde und dass sogar private amerikanische Sicherheitsfirmen vom Einsatz im Land ausgeschlossen seien. „Wir haben unsere Bedenken geäußert, aber man hat uns beruhigt. Gleichwohl bleiben wir wachsam“, fügte er hinzu.
Zu Aussagen des leitenden Beraters des Obersten Führers, Ali Akbar Velayati, mahnte Araghchi zur Zurückhaltung und sagte, Behauptungen wie Iran sei jetzt „an die NATO grenzend“ oder „von Amerika umzingelt“ entsprächen nicht der Realität.
Araghchi bekräftigte, dass Iran den Frieden zwischen Armenien und Aserbaidschan begrüßt, aber jede Form ausländischer Militärpräsenz in der Region ablehnt. Er verwies darauf, dass die gemeinsame Erklärung, die in Washington in Anwesenheit des US-Präsidenten unterzeichnet wurde, bestätigt, dass die Grenzen unverändert bleiben und die Souveränität sowie die territoriale Integrität aller Regionalstaaten respektiert werden — Grundsätze, die vollständig mit Irans Position übereinstimmen.
