Hunderte armenische Lastwagen mit Früchten und Agrarprodukten für Russland wurden am Kontrollpunkt Oberer Lars zurückgewiesen und mussten über Georgien nach Armenien zurückkehren.
Oppositionsabgeordneter Garnik Danielyan erklärte, die Fahrzeuge mit Pflaumen, Pfirsichen und Trauben seien “ohne klare Begründung” abgewiesen worden. Den Fahrern sei lediglich von “sanitären Problemen” berichtet worden, während andere Frachtlieferungen strengen Kontrollen unterzogen und beim Zugang nach Russland verzögert wurden.
“Dies wird den Landwirten und ländlichen Haushalten, die vom Agrarhandel abhängen, enormen Schaden zufügen”, warnte Danielyan.
Die plötzliche Störung kommt nur wenige Wochen nach dem historischen Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan in Washington, vermittelt von US-Präsident Donald Trump. Ein zentraler Punkt ist die Einrichtung der Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand (TRIPP) — ein Transitkorridor durch die armenische Region Syunik, der Westaserbaidschan mit Nachitschewan verbindet.
Moskau reagierte zurückhaltend. Vizepremier Alexei Overtschuk sagte, Russland unterstütze Eriwan “wenn der Korridor Sicherheitsgarantien bietet”, räumte jedoch ein, dass es “Nuancen” gebe, die mit Baku und Eriwan zu klären seien.
Auch das russische Außenministerium betonte, dass Armeniens Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und die Präsenz russischer Grenzschützer an seiner Grenze zum Iran das Projekt komplizierten.
Sowohl Premierminister Nikol Paschinjan als auch Präsident Ilham Alijew bezeichneten TRIPP als Durchbruch, der langfristige strategische Wirtschaftschancen eröffnen könne. Doch die blockierten Obst-Lkw verdeutlichen eine harte Realität: Auch wenn neue Handelswege versprochen werden, bleiben Armeniens traditionelle Exportadern nach Russland fragil und anfällig für plötzliche Unterbrechungen.
