In der ersten Hälfte des Jahres 2025 importierte Aserbaidschan laut offiziellen Handelsdaten 929,3 Tonnen Stör im Wert von 1,57 Millionen US-Dollar.
Der teuerste Stör kam aus den Niederlanden mit einem Durchschnittspreis von 36,55 Manat (21 $) pro Kilo. Demgegenüber lag der durchschnittliche Importpreis insgesamt bei nur 1,65 $ — etwa 2,88 Manat pro Kilo. Allein aus Russland wurden 534 Tonnen zu einem deklarierten Preis von 1,96 Manat pro Kilo eingeführt.
Doch auf den lokalen Märkten wird derselbe Fisch für 30–35 Manat pro Kilo verkauft — was die Frage aufwirft: Warum landet der Stör, der für 2 Manat ins Land kommt, auf den Esstischen zum fünfzehnfachen Preis?
Der Ökonom Natig Jafarli erklärte gegenüber Bizim.Media, dass der starke Unterschied teilweise durch unterschiedliche Fischsorten erklärt werden könne. Er verwies jedoch auch auf die Marktstruktur:
„Wenn Importe aus Russland und anderen Ländern allen Akteuren offenstünden, würden sich die Preise normalisieren. Der Staat hat nichts damit zu tun, Einzelhandelspreise festzulegen — der Markt sollte durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Das Problem ist, dass die Importe von einem engen Kreis von Unternehmen kontrolliert werden, was ihnen die Macht gibt, Preise zu diktieren.“
Die Diskrepanz zwischen offiziellen Zollpreisen und Marktpreisen verdeutlicht das größere Problem des Wettbewerbs — und seines Fehlens — in der Lebensmittelversorgungskette Aserbaidschans.
