Ein erschütternder Fall elterlicher Gewalt in der Region Agdam (Aserbaidschan) hat landesweite Empörung ausgelöst. Die Behörden bestätigten, dass zwei Kleinkinder, die wiederholt von ihren Eltern misshandelt wurden, nach ihrer medizinischen Behandlung in staatliche Obhut übergeben werden.
Brutaler Vorfall in Agdam
Am 27. August wurde ein zweijähriger Junge aus dem Dorf Khyndyrystan im Koma ins zentrale Kreiskrankenhaus von Agdam eingeliefert. Ärzte diagnostizierten stumpfes Trauma, ein geschlossenes Schädel-Hirn-Trauma und ein akutes subdurales Hämatom. Später wurde er in das Republikanische Neurochirurgie-Krankenhaus in Baku verlegt, wo er einer Notoperation unterzogen wurde. Sein Zustand bleibt kritisch.
Sein jüngerer Bruder, geboren 2024, steht ebenfalls unter medizinischer Beobachtung. Die Behörden bestätigten, dass beide Kinder nach Abschluss der Behandlung in ein staatliches Kinderheim in Baku gebracht werden.
Eltern verhaftet, frühere Misshandlungen aufgedeckt
Der Vater, Sadig Rahimov, wurde wegen schwerer Kindesmisshandlung festgenommen, während auch gegen die Mutter, Sevinj Rahimova, ermittelt wird. Beide Eltern sollen an psychischen Störungen leiden und hatten ihre Kinder bereits früher misshandelt, darunter dokumentierte Bissspuren.
Bemerkenswert ist, dass einer der Jungen bereits im vergangenen Jahr nach einem Misshandlungsfall in eine staatliche Einrichtung gebracht, jedoch im Juni 2025 per Urteil des Bezirksgerichts Nasimi an seine Mutter zurückgegeben wurde. Diese Entscheidung steht nun stark in der Kritik.
Öffentliche Empörung und offizielle Reaktionen
Der Fall hat breite Empörung ausgelöst. Kamala Agazade, Vorsitzende der Aserbaidschanischen Kinderunion, stellte infrage, wie die Behörden handeln konnten:
„Diese Kinder hatten bereits wiederholt Gewalt erlitten. Wie wurde ihre Sicherheit bewertet? Einer von ihnen liegt jetzt im Koma.“
Das Büro der Ombudsfrau erklärte, den Fall genau zu verfolgen, und betonte, dass der Schutz der Rechte der Minderjährigen unter besonderer Aufsicht stehe. Auch das Ministerium für Arbeit und Sozialschutz bestätigte, dass ein juristisches Verfahren zur Entziehung der elterlichen Rechte eingeleitet wurde.
Ein größeres Problem
Die Tragödie offenbart systemische Versäumnisse bei der Überwachung und dem Schutz gefährdeter Kinder. Trotz früherer Warnungen erlaubten die Behörden die Rückkehr der Kinder zu ihren Peinigern, was Fragen über die gerichtliche Aufsicht und die Wirksamkeit der Sozialdienste aufwirft.
