Ein langjähriger Mitarbeiter der US-Botschaft in Aserbaidschan steht wegen schwerer Betrugsvorwürfe vor Gericht, nachdem er angeblich über eine halbe Million Manat durch ausgeklügelte Finanzpläne veruntreut hat.
Rafiq Goyushov, der fast 20 Jahre in der Verwaltungsabteilung der Botschaft gearbeitet hatte, wird beschuldigt, systematisch Mietkosten für Wohnungen überhöht angegeben und die Differenz eingesteckt zu haben. Ermittler der Abteilung für Cyberkriminalität des Innenministeriums stellten fest, dass, wenn eine Wohnung für 200 Manat pro Tag für Diplomaten gemietet wurde, Goyushov in offiziellen Unterlagen 400 Manat angab.
Laut Staatsanwaltschaft hat er durch diese und ähnliche Methoden mehr als 500.000 Manat unrechtmäßig erlangt.
Strafverfahren und Anklage
Die US-Botschaft wurde als Geschädigte in dem Verfahren anerkannt, das vor dem Bakuer Gericht für schwere Verbrechen verhandelt wird. Nach Angaben von Qafqazinfo ist Goyushov nach Artikel 178.4 (Betrug in besonders großem Umfang) des aserbaidschanischen Strafgesetzbuches angeklagt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm 10 bis 14 Jahre Haft.
Derzeit gilt gegen ihn eine Ausreisebeschränkung sowie polizeiliche Aufsicht als vorbeugende Maßnahme. Sein Anwalt, Ilham Asadov, erklärte, Goyushov weise die Vorwürfe zurück. Die unterschlagenen Gelder wurden bislang nicht zurückgezahlt.
Ein Verrat an Vertrauen
Der Fall sorgt für besondere Bestürzung, da Goyushov als langjähriger Mitarbeiter der US-Botschaft Anspruch auf erhebliche Vorteile gehabt hätte — einschließlich der Möglichkeit, nach vielen Jahren vertrauensvoller Tätigkeit eine US-Green Card zu beantragen. Stattdessen habe er, so die Ermittler, das System zu seinem persönlichen Vorteil ausgenutzt.
Der Skandal verdeutlicht sowohl die Anfälligkeit diplomatischer Institutionen für Insider-Betrug als auch die tragische Ironie eines Mitarbeiters, der angeblich eine stabile Zukunft für kurzfristige Finanzgeschäfte aufs Spiel setzte.
