Nach Angaben des Staatlichen Statistikkomitees wurden im Zeitraum Januar–Juli dieses Jahres 816 Syphilis-Fälle im Land registriert. Von den Erkrankten waren 492 Männer und 324 Frauen.
Darunter befanden sich 24 Fälle bei Personen unter 17 Jahren. Die restlichen 792 Fälle betrafen Erwachsene ab 18 Jahren.
Wie aber können Kinder und Jugendliche an einer Krankheit erkranken, die sich überwiegend unter Erwachsenen verbreitet?
Der Mediziner Adil Geibulla erklärte, dass in Aserbaidschan leider ein Anstieg sowohl der Syphilis- als auch der HIV-Fälle zu beobachten sei:
„Wenn von 0 Jahren die Rede ist, geht es um Neugeborene. In solchen Fällen kann Syphilis von der infizierten Mutter übertragen werden. Wird bei einer Frau Syphilis diagnostiziert, kann die Krankheit leicht auf den Fötus übergehen — mit der Folge einer Totgeburt oder schwerer angeborener Schäden. Daher muss bei Schwangeren sofort eine Behandlung mit Penicillinpräparaten begonnen werden. Das gilt als sicherste Methode. Wird Syphilis bei einem Kind festgestellt, muss ebenfalls unverzüglich behandelt werden.“
Der Experte betonte außerdem, dass Ansteckungen auch durch frühen Beginn sexueller Aktivität möglich seien:
„Es gibt Jugendliche, die bereits im Alter von 10–12 Jahren sexuell aktiv werden. Solche frühen und ungeschützten Kontakte können leicht zu Infektionen führen. Leider sind solche Fälle heute keine Einzelfälle mehr.“
Seiner Ansicht nach erfordern die Zahlen eine tiefere Analyse:
„Bei Kindern bis zu 4 Jahren kann es sich um angeborene, nicht rechtzeitig diagnostizierte Syphilis handeln. Die Mutter weiß womöglich nichts von ihrer Infektion, und die Krankheit wird erst später beim Kind erkannt. Fälle bei 5–10-Jährigen hingegen müssen medizinisch und sozial eingehend untersucht werden. Eine großangelegte Vorsorgeuntersuchung wäre sinnvoll. Ich denke, das tatsächliche Bild könnte noch beunruhigender sein.
Vor der Pubertät, insbesondere vor dem Auftreten sekundärer Geschlechtsmerkmale, ist auch die geschlechtsspezifische Verteilung wichtig — zwischen Jungen und Mädchen.
Das könnte helfen, mögliche soziale Risiken zu erkennen und Licht auf besorgniserregende Gerüchte in der Gesellschaft zu werfen. Genauere Statistiken würden ermöglichen, das Ausmaß des Problems besser zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.“
Quelle: Bizim.media
