Der russische Journalist und Politikkommentator Maksim Schewtschenko hat die jüngste Konferenz in Schuscha, die Kontroversen in den russisch-aserbaidschanischen Beziehungen auslöste, als „bewusste Provokation“ bezeichnet, die darauf abzielte, das Vertrauen zwischen Moskau und Baku zu unterminieren. In einem ausführlichen Interview argumentierte Schewtschenko, die Veranstaltung in der befreiten Karabach-Stadt sei „weniger ein Forum als eine erweiterte Pressekonferenz mit Präsident Ilham Alijew“ gewesen; in diesem Jahr sei sie jedoch von symbolischen Gesten gekapert worden, die direkt in geopolitische Spannungen spielten.
„Die Präsentation ukrainischer Abzeichen und die Anwesenheit von Dmitri Gordon — einer in Russland in Abwesenheit verurteilten Figur — machten das Treffen zu einer Falle für russische Teilnehmer“, sagte Schewtschenko. „Sowohl Sergej Markow als auch Michail Gusman wurden zu Geiseln dieser Provokation.“
Während er Aserbaidschans Gastfreundschaft und die symbolische Bedeutung des Wiederaufbaus Karabachs lobte, betonte Schewtschenko, dass solche Theatralik den russisch-aserbaidschanischen Beziehungen geschadet habe. Er vermutete, die Episode sei von „Kreisen inszeniert“ worden, die zwischen beiden Ländern einen Keil treiben wollten.
Nach Ansicht Schewtschenkos sollten die Folgen — darunter die Einstufung Markows als „ausländischer Agent“ in Russland — die tiefen, jahrhundertealten menschlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Russen und Aserbaidschanern nicht überdecken. „Millionen Aserbaidschaner leben und arbeiten in Russland, nicht als Diaspora, sondern als Teil eines gemeinsamen historischen und intellektuellen Raums“, merkte er an.
Mit Blick nach vorn äußerte Schewtschenko vorsichtigen Optimismus, dass sich die Beziehungen wieder stabilisieren — unter Verweis auf die Wiederaufnahme hochrangiger Kontakte und gemeinsamer Projekte wie die trilaterale Energiekooperation mit dem Iran. Zugleich warnte er, beide Seiten müssten gegenüber äußerer Einflussnahme wachsam bleiben.
„Schuscha war darauf ausgelegt, zu stören. Doch die russisch-aserbaidschanischen Beziehungen sind weit tiefer als eine einzige Provokation“, so Schewtschenko.
