Der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte richtete diese Woche eine klare Botschaft an Armenien: Teheran unterstützt Frieden im Südkaukasus, ist jedoch beunruhigt über die wachsende Rolle der Vereinigten Staaten in der Region. Bei Gesprächen in Teheran mit dem armenischen Sicherheitsratssekretär Armen Grigoryan betonte General Abdolrahim Mousavi die “historischen und kulturellen Bande” zwischen Iran und Armenien. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA sagte Mousavi, ein Friedensabkommen zwischen Eriwan und Baku könne Stabilität in die Region bringen. Gleichzeitig sprach er aber auch eine Warnung aus.
“Die Präsenz außerregionaler Mächte, einschließlich der Vereinigten Staaten, bereitet der Region Sorgen”, sagte Mousavi.
Die Bemerkungen spiegeln Irans Balanceakt wider. Einerseits begrüßt es die Deeskalation zwischen Armenien und Aserbaidschan. Andererseits betrachtet es die wachsende Rolle Washingtons —vom von den USA vermittelten Friedensabkommen bis zum vorgeschlagenen ‘Trump-Route’-Korridor— als direkte Herausforderung für seinen Einfluss.
Der Besuch Grigoryans umfasste auch Gespräche mit Präsident Masoud Pezeshkian über eine “strategische Partnerschaft”. Die Gespräche bekräftigten den Frieden, markierten aber auch Irans rote Linie: Die USA dürfen nicht über die Zukunft der Region bestimmen.
Warum es wichtig ist: Für Armenien ist Iran eine Absicherung gegen Isolation, da die Beziehungen zu Russland bröckeln. Für den Iran bedroht der Korridor durch Südiran, Teheran vom regionalen Handel auszuschließen und seine Einkreisung zu vertiefen.
Das größere Dreieck: Russland, verstrickt in der Ukraine, kämpft darum, Einfluss zu behalten. Die Türkei vertieft ihr Bündnis mit Baku. Damit steht Iran einem US–Türkei–Aserbaidschan-Achse an seiner Nordgrenze gegenüber —ein Szenario, das es nicht stillschweigend akzeptieren will.
