Minsker Gruppe endet, während SOZ-Politik neue Bruchlinien offenlegt

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1 September 2025. Die Auflösung der Minsker Gruppe der OSZE, Indiens Widerstand gegen die Vollmitgliedschaft Aserbaidschans in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und der zunehmende Wettbewerb um eurasische Transitkorridore dominierten die Analyse von Prof. Rovshan Ibrahimov von der Hankuk-Universität (Südkorea) in einem Interview mit dem Programm Современный разговор.

Minsker Gruppe formell geschlossen
Ibrahimov beschrieb das Ende des Minsker Prozesses der OSZE als weitgehend symbolisch, aber entscheidend.

„Die Minsker Gruppe war immer ein Vermittlungsformat, kein Gremium mit rechtlichen Befugnissen. Sobald Aserbaidschan und Armenien gemeinsam erklärten, dass der Konflikt gelöst sei, hatte ihre Existenz keine Grundlage mehr“, sagte er.

Er bezeichnete die Schließung als diplomatischen Erfolg Bakus, der sowohl die Wiederherstellung der Souveränität als auch die Washingtoner Erklärung vom 8. August zwischen Präsident Ilham Aliyev und Premierminister Nikol Paschinjan widerspiegele.

SOZ-Politik: Indien blockiert Baku, Pakistan blockiert Jerewan
Mit Blick auf den SOZ-Gipfel in Tianjin wies er auf den Schritt Indiens hin, Aserbaidschans Beitritt zu blockieren. Parallel dazu lehnte Pakistan die Mitgliedschaft Armeniens ab, auch wenn Islamabad und Jerewan erstmals Bereitschaft signalisierten, diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

„Im Völkerrecht kann Anerkennung implizit sein. Schon ein Nicht-Blockieren der Mitgliedschaft hätte bedeutet, dass Pakistan Armenien anerkennt“, sagte er.

Aliyev–Putin-Treffen weiterhin ungewiss
Es wird weiter über ein mögliches Treffen zwischen Präsident Aliyev und Wladimir Putin am Rande der SOZ spekuliert. Laut Ibrahimov könnte nur ein Dialog auf höchster Ebene die Spannungen nach den jüngsten Medienangriffen Russlands auf Aserbaidschan und der Empörung über Aliyevs Äußerungen, wonach der Einmarsch der Roten Armee 1920 eine „Besatzung“ gewesen sei, entschärfen.

Logistik: Mittelkorrior läuft durch Baku
Der Professor unterstrich die Rolle Aserbaidschans als Knotenpunkt des Mittelkorriors. Er hob die entstehende Partnerschaft Aserbaidschan–Turkmenistan–Usbekistan hervor:

  • Turkmenistan hat seinen Hafen Türkmenbaşı modernisiert, der nun größer ist als Bakus Alat-Hafen, und produziert eigene Schiffe.

  • Usbekistan investiert massiv in georgische Terminals, erwägt den Kauf von Schiffen aus Aserbaidschan und Turkmenistan und strebt eine Präsenz im Hafen Alat an.

  • Neue Bahnverbindungen China–Kirgisistan–Usbekistan sowie erweiterte Grenzterminals Kasachstan–China speisen Transitwege, die sich in Aserbaidschan bündeln, bevor sie nach Westen führen.

Warum es wichtig ist
Die Kombination aus dem Ende der Minsker Gruppe, den internen Machtkämpfen in der SOZ und dem erneuten Engagement Zentralasiens zeigt, wie die Nachkriegsrealitäten im Südkaukasus in die breitere eurasische Geopolitik eingebettet werden.

„Ganz gleich, ob über Kasachstan oder Turkmenistan – alle Wege führen jetzt durch Aserbaidschan“, schloss Ibrahimov.

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