Die Kosten für die Ausbildung an Berufsbildungseinrichtungen in Aserbaidschan haben ein beispielloses Niveau erreicht – ab 1.800 Manat und mehr. Diese Beträge sind fast gleich hoch wie die jährlichen Studiengebühren an Universitäten, was berechtigte Fragen zur Angemessenheit dieser Tarife und zur Qualität der angebotenen Dienstleistungen aufwirft.
Bildungsexperte Kamran Asadov weist in Bezug auf dieses Thema auf systemische Probleme in diesem Bereich hin.
„Im Land gibt es 107 Berufsbildungseinrichtungen, und leider kann ein großer Teil von ihnen keine Ausbildung anbieten, die den Anforderungen des Arbeitsmarktes entspricht. Das Problem liegt in der unzureichenden Qualifikation der Lehrer und Ausbilder selbst“, sagte er.
Asadov betont die Diskrepanz zwischen dem Preis und der Qualität der angebotenen Dienstleistungen.
„Die staatliche Agentur für Berufsbildung sollte als juristische Person des öffentlichen Rechts natürlich kostenpflichtige Dienstleistungen anbieten. Allerdings entsprechen die festgelegten Tarife von 1.800 Manat und mehr keinesfalls der Realität. Heute können Menschen, anstatt solche Beträge an eine Berufsbildungseinrichtung zu zahlen, eine erschwinglichere und qualitativ hochwertigere Ausbildung bei privaten Ausbildern erhalten“, meint der Experte.
Laut dem Experten liegt die jährliche Studiengebühr an Hochschulen im Land, wie der Aserbaidschanischen Universität für Sprachen, der Staatlichen Universität Mingachevir oder der Staatlichen Universität Ganja, zwischen 1.600 und 1.700 Manat. In diesem Zusammenhang wirft die hohe Gebühr für 6- bis 12-monatige Berufskurse, die genauso hoch oder sogar höher als die Universitätsgebühren ist, Fragen auf. Darüber hinaus wurde die Erhöhung der Gebühren nicht von qualitativen Änderungen im Bildungsprozess begleitet.
„Mit der Erhöhung der Gebühren wurden keine zusätzlichen qualifizierten Spezialisten gewonnen, und die Ausbildungsprogramme wurden nicht aktualisiert – die gleichen Lehrer arbeiten weiterhin im alten Format“, fügte Asadov hinzu.
