Der Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und die Gedenkveranstaltungen in Peking machten die sich wandelnden Dynamiken im Südkaukasus deutlich, wobei Aserbaidschan große Aufmerksamkeit erhielt und Armenien eine konstruktivere Haltung signalisierte.
Der Politikexperte Rizvan Huseynov stellte in seinem Wochenkommentar fest, dass Präsident Ilham Aliyev in Peking „mit großem Pomp“ empfangen wurde, während die Präsenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin deutlich weniger sichtbar war. Solche protokollarischen Details, so Huseynov, hätten Gewicht in der chinesischen Diplomatie, die „Rituale und Symbole“ betone. Der hochrangige Empfang habe das Interesse Chinas an Aserbaidschan unterstrichen — nicht nur als Transitdrehscheibe, sondern auch als umfassender geopolitischer Partner, sagte er. Außerdem wies er auf das konstruktive Verhalten des armenischen Premierministers Nikol Paschinjan während des Gipfels hin und deutete an, dass die von Washington vermittelten Verständigungen zwischen Aliyev und Paschinjan voraussichtlich fortgeführt werden.
Vor diesem Hintergrund argumentierte Huseynov, dass Russland im Südkaukasus wie auch in Zentralasien allmählich an Einfluss verliere, während regionale Projekte — einschließlich der Wiedereröffnung des Zangezur-Korridors — mit Unterstützung großer Mächte neuen Schwung erhielten.
