Die Staatliche Rechnungskammer Aserbaidschans hat vor Risiken in den öffentlichen Finanzen des Landes gewarnt und festgestellt, dass der Öl- und Gassektor in der ersten Hälfte des Jahres 2025 weiterhin der überwältigende Treiber der Haushaltseinnahmen bleibt.
Laut dem Bericht über die Haushaltsausführung stiegen die Einnahmen zwischen Januar und Juni um 961,1 Millionen Manat. Davon entfielen 728,9 Millionen Manat — oder 75,8 % — auf den Öl- und Gassektor, hauptsächlich durch Überweisungen aus dem Staatlichen Ölfonds. Der Bericht hebt mehrere Problembereiche hervor. In einigen Fällen wurden Änderungen gesetzlicher Bestimmungen nicht in der Haushaltspraxis umgesetzt, sodass 1,2 Millionen Manat aus abgeschafften staatlichen Gebühren erhoben wurden. Die Ausgabendisziplin wurde als schwach beschrieben; die Haushaltsausgaben beliefen sich im ersten Halbjahr auf 17,1 Milliarden Manat, also 41,3 % des Jahresplans.
Ein weiteres Problem war die Verwendung überschüssiger Mittel aus dem einheitlichen Staatskassenkonto zur Reduzierung der Inlandsverschuldung — ein Mechanismus, der im Haushaltsgesetz nicht vorgesehen ist. Rund 1,4 Milliarden Manat wurden hierfür eingesetzt.
Die Rechnungskammer verwies auch auf schlechte Leistungen bei der Rückführung von Mitteln in den Garantie-Fonds. Von den für dieses Jahr vorgesehenen 203,7 Millionen Manat waren bis Mitte des Jahres nur 10,7 Millionen zurückgezahlt worden.
Die Ergebnisse unterstreichen Aserbaidschans anhaltende fiskalische Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen und Schwächen in der Haushaltsführung, auch wenn die Energieeinnahmen den Staatshaushalt abfedern.
