Der armenische Außenminister Ararat Mirzoyan bezeichnete das jüngste Paraphieren eines Friedensvertrags zwischen Jerewan und Baku als wichtigen Meilenstein, betonte jedoch, dass der Prozess noch lange nicht abgeschlossen sei.
„Der Frieden ist hergestellt, könnte man sagen, aber wir stehen noch am Anfang des Weges“, sagte Mirzoyan laut armenischen Medien vor Abgeordneten. Er beschrieb den Frieden als „einen langen Prozess“, der Vorsicht und Aufmerksamkeit für jedes zwischen den Seiten gewechselte Wort erfordert.
Während er feststellte, dass das Risiko erneuter Kämpfe auf „nahezu null“ gesunken sei, räumte Mirzoyan ein, dass viele Streitpunkte ungelöst bleiben, selbst wenn der Vertrag in naher Zukunft formell unterzeichnet wird.
Der Minister bestätigte außerdem, dass Armenien Gespräche mit den Vereinigten Staaten über Infrastrukturentwicklungen führt, darunter mögliche Eisenbahnprojekte.
„Mit unseren amerikanischen Partnern laufen Gespräche über gemeinsame Eisenbahn- und andere Infrastrukturinitiativen“, sagte er.
Mirzoyans Äußerungen verdeutlichen eine wiederkehrende Unklarheit in Jerewans Position: Einerseits die Anerkennung, dass Frieden hergestellt sei, andererseits das Beharren darauf, dass zahlreiche Probleme bestehen bleiben. Analysten in Baku weisen darauf hin, dass solche gemischten Signale eine tiefere Unsicherheit innerhalb der armenischen Führung widerspiegeln, die weiterhin stark auf externe Akteure – Washington, Brüssel, ja sogar Paris – setzt, um bereits auf dem Papier akzeptierte Zugeständnisse auszugleichen.
Für Aserbaidschan verankert der Friedensvertrag Prinzipien, die von der internationalen Gemeinschaft seit Langem anerkannt sind – Souveränität, territoriale Integrität und die Unverletzlichkeit der Grenzen.
Der vorsichtige Ton Mirzoyans deutet jedoch darauf hin, dass Jerewan noch immer Schwierigkeiten hat, seine innenpolitische Rhetorik mit der neuen regionalen Realität in Einklang zu bringen.
