Emil Majidov im Indi Podcast: Warum Aserbaidschans Geschichte nur auf Aserbaidschanisch gelehrt werden sollte

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Im Indi Podcast auf YouTube erklärte der Schriftsteller und Kommentator Emil Majidov, dass die Geschichte Aserbaidschans ausschließlich in der Staatssprache unterrichtet werden sollte — auch in russisch- und englischsprachigen Schulen. Seine Begründungen gehen jedoch weit über Sprachpolitik hinaus.

“Als stark russophon geprägter Bakuer unterstütze ich diesen Schritt,” sagte Majidov. “Nicht wegen der Sprache selbst, sondern weil unser derzeitiger Geschichtsunterricht ein sowjetisches Überbleibsel ist — fehlerhaft, schädlich für einen modernen Nationalstaat. Wir haben die Fassade gestrichen und Plastikfenster eingebaut, aber das Haus nie neu gebaut. Wir müssen von vorn anfangen.”

Er betonte, dass die Verlagerung des Unterrichts ins Aserbaidschanische nicht darum gehe, russische Schulen oder Lehrer zu “jagen”, sondern darum, schrittweise Kapazitäten im Aserbaidschanischen aufzubauen: neue Lehrer, höhere Standards und ein modernes Vokabular, das Finanzen, Technologie und Wissenschaft abdeckt. “Haushaltsgelder müssen die Entwicklung des nationalen Attributs — der aserbaidschanischen Sprache — unterstützen,” sagte er.

Majidov beschrieb die Veränderung als Teil einer umfassenderen “Nationalisierung” der Geschichte, eine normale Phase für jeden Staat, der sich als souverän versteht. Geschichte, so argumentierte er, müsse zu einer Disziplin werden, die in aserbaidschanischem Denken und in der Sprache selbst verwurzelt ist, nicht in einer adaptierten sowjetischen Vorlage.

Von dort weitete sich die Diskussion aus: die Entwicklung der Turksprachen, die Mängel der sowjetischen Sprachteilungen, die Rolle des Handels bei der Sprachgestaltung und wie künstliche Intelligenz die Bildung umgestalten könnte. Majidov warnte, dass KI-gestützte Interaktionen die Produktivität ebenso verringern wie erhöhen könnten, prognostizierte aber zugleich, dass individualisierte, KI-gestützte Lernpfade die Schulen schließlich verändern werden — auch wenn nur eine Minderheit wirklich profitieren wird.

In seinen Schlussbemerkungen verband er Geschichte, Sprache und Technologie mit einer kulturellen Warnung: Wenn Aserbaidschan keine eigene intellektuelle und kulturelle Produktion in seiner eigenen Sprache schafft, “wird uns jemand anderes verschlingen.”

Quelle: Indi Podcast (auf Russisch)

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