Der aserbaidschanische Ökonom Natig Jafarli hat gewarnt, dass Bürger kurzfristig mit Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr und bei Versorgungsleistungen rechnen müssen. Er argumentierte, dass die Regierung möglicherweise versuchen werde, sinkende Einnahmen durch höhere Tarife auszugleichen.
In einem Facebook-Post erklärte Jafarli, es gebe eine „sehr hohe Wahrscheinlichkeit“ solcher „unangenehmen Überraschungen“ in den kommenden Monaten. Jede zusätzliche Belastung würde Haushalte treffen, die bereits durch Lebensmittelpreise unter Druck stehen, wobei er betonte: „Laut offiziellen Daten geben die Menschen von jedem Manat 50 Qepik nur für Nahrungsmittel aus – ein Zeichen von Armut.“ Neue Zahlen des Staatlichen Statistikkomitees vom Mittwoch unterstreichen den Druck auf die Verbraucherbudgets. Von Januar bis August belief sich der Einzelhandelsumsatz auf 40,4 Milliarden Manat, davon 22,2 Milliarden für Lebensmittel, Getränke und Tabak sowie 18,2 Milliarden für Nicht-Lebensmittel.
Real wuchs der gesamte Einzelhandel im Jahresvergleich um 3,7 %, angetrieben von einem Plus von 6,7 % bei Nicht-Lebensmitteln; Lebensmittel, Getränke und Tabak stiegen lediglich um 1,3 %. In diesem Zeitraum entfielen 50,7 % der Konsumausgaben der Haushalte auf Nahrungsmittel.
Ökonomen sehen einen Nahrungsmittelanteil nahe oder über 50 % oft als Hinweis auf eingeschränktes verfügbares Einkommen, wodurch weniger Raum für nicht lebensnotwendige Güter und Ersparnisse bleibt. Jafarli argumentierte, dass Fahrpreis- oder Tarifsteigerungen unter solchen Bedingungen die finanzielle Belastung von Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen verschärfen würden.
Eine offizielle Entscheidung zu Tarifänderungen wurde bislang nicht bekanntgegeben, und die zuständigen Ministerien haben sich zu Jafarlis Aussagen nicht öffentlich geäußert. Seine Warnung trägt jedoch zur breiteren Debatte bei, wie Aserbaidschan den Haushaltsbedarf mit dem von den Verbrauchern empfundenen Kostendruck in Einklang bringen kann.
