Russland erwartet einen fortgesetzten Dialog mit Armenien über die Freigabe regionaler Verkehrsverbindungen und erklärt, dass das praktische Funktionieren der sogenannten „Trump-Route“ (TRIPP) erst bewertet werden könne, wenn konkrete Projektdetails offengelegt werden, sagte Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa bei einem Briefing.
„Ein Verständnis dafür, wie diese Route in der Praxis funktionieren wird, ist nur möglich, nachdem wir die spezifischen Parameter des Projekts überprüft haben“, bemerkte Sacharowa. Sie fügte hinzu, dass mehrere zusätzliche Faktoren berücksichtigt werden müssten: Armeniens Mitgliedschaft im gemeinsamen Zollraum der EAWU, die Tatsache, dass die Südkaukasus-Eisenbahn — eine Tochtergesellschaft der Russischen Eisenbahnen (RZD) — das armenische Schienennetz betreibt, und dass russische Grenzschutzbeamte die Grenze in dem Gebiet sichern, durch das die Route voraussichtlich verlaufen wird.
Sacharowa erinnerte auch daran, dass die trilaterale Arbeitsgruppe zur Freigabe von Verkehrs- und Wirtschaftsverbindungen — mitgeleitet von den stellvertretenden Premierministern Russlands, Aserbaidschans und Armeniens — „wichtige Verständigungen“ erzielt habe, die weiterhin relevant seien.
Am 8. August unterzeichneten die Führer Armeniens, der Vereinigten Staaten und Aserbaidschans in Washington eine gemeinsame Erklärung über eine friedliche Beilegung. Dem Dokument zufolge gewährt Armenien den USA exklusive langfristige Rechte für 99 Jahre zur Entwicklung des TRIPP-Korridors — der nach armenischem Recht betrieben wird —, um Nachitschewan über Syunik mit dem Kernland Aserbaidschans zu verbinden. Die US-Seite plant, das Land an ein Konsortium zu verpachten, das für Infrastruktur und Betrieb verantwortlich ist. Die Außenminister Armeniens und Aserbaidschans gaben ebenfalls einen gemeinsamen Appell zur Schließung der OSZE-Minsk-Gruppe und der zugehörigen Strukturen ab und initialisierten später den Text eines zukünftigen Friedensvertrags.
