Ein Verbraucher berichtete, er habe seit Jahren italienisches Olivenöl verwendet – doch während einer Reise nach Italien konnte er das Produkt in keinem einzigen Geschäft finden.
„Ich habe zahlreiche Supermärkte besucht. Nirgends war es erhältlich“, sagte er gegenüber Xəbər ertəsi.
Eine Umfrage unter Einwohnern der Hauptstadt zeigt: Viele stehen der Herkunft importierter Waren skeptisch gegenüber. „Das ist nur ein Etikett, vieles wird eigentlich hier produziert“, meinte ein Befragter. Ein anderer ergänzte: „Wir sehen die Etiketten, glauben aber trotzdem nicht, dass es zu 100 % aus dem Ausland kommt.“
Nach Ansicht von Eyyub Gusseinov, Vorsitzender der Union freier Verbraucher, sind moderne Produktionsketten deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.
„Staaten, die Waren für den Export nach Aserbaidschan herstellen, verlagern die Produktion oft in benachbarte Regionen mit billigen Arbeitskräften. Deshalb kann es sein, dass ein Produkt im Ursprungsland gar nicht erhältlich ist. Zudem gibt es Fälle von Fälschungen, auf die Verbraucher besonders empfindlich reagieren“, erklärte er.
Marketingexperte Elkhan Mardanli betonte zudem:
„Viele bekannte Marken produzieren spezielle Serien nur für bestimmte Märkte. Auf Wunsch der Importeure entstehen Produkte mit bestimmten Eigenschaften. Deshalb kann ein und dasselbe Label in Aserbaidschan erhältlich sein, aber in Italien, Frankreich oder der Türkei fehlen.“
Die Aserbaidschanische Lebensmittelsicherheitsagentur (AQTA) bestätigte, dass sämtliche Produkte – auch Öle – vor Markteintritt strengen Kontrollen unterzogen werden. Sprecher Ilkin Kerimov erläuterte:
„Je nach Risikostufe erfolgen Identitäts- und physische Kontrollen. Aus jeder Importcharge werden Proben entnommen und im Labor geprüft. Bei positiver Bewertung erstellt die Behörde ein elektronisches Zertifikat für den Importeur.“
Die Hauptursache für die Verwirrung auf dem Konsummarkt sei, so Experten, das unzureichende Verständnis moderner Produktions- und Importmechanismen. Zwar ist auf jedem Produkt ein Herstellungsland angegeben, doch wo und unter welchen Bedingungen es tatsächlich gefertigt wurde, bleibt oft unklar. Verbrauchern wird geraten, nicht nur auf Marke oder Herkunft zu achten, sondern vor allem auf Qualitätskennzeichen und offizielle Zertifikate.
Letztlich zählt nicht, wo ein Produkt hergestellt wurde, sondern wie sicher und vertrauenswürdig es ist.
