Musabekov: Armenien und Aserbaidschan senden Friedenssignale

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Der aserbaidschanische Abgeordnete Rasim Musabekov sagte gegenüber Daily Europe Online, dass die jüngsten Kontakte zwischen Baku und Jerewan – darunter die Teilnahme armenischer Sicherheitsbeamter an einer Konferenz in Baku und der bevorstehende Auftritt des aserbaidschanischen Analysten Murad Muradov in Jerewan – zeigen, dass die Normalisierung voranschreitet.

„Selbst auf dem Höhepunkt des Konflikts trafen sich unsere Vertreter bei internationalen Veranstaltungen. Aber heute, da beide Seiten aktiv auf den Frieden hinarbeiten, haben diese Schritte ein viel größeres Gewicht. Durch solche kleinen Schritte beginnt sich die Atmosphäre zu ändern“, sagte Musabekov.

Symbolische Gesten gewinnen an Bedeutung
Musabekov verwies auf ein eindrucksvolles Beispiel: Bei einem Gesangswettbewerb in Kasachstan vergaben armenische und aserbaidschanische Jurymitglieder einander die höchstmögliche Punktzahl. „Solche symbolischen Handlungen sind wichtig“, argumentierte er, „denn sie tragen dazu bei, die öffentliche Meinung zu verändern.“

Die entscheidende Rolle des Staates
Der Abgeordnete betonte, dass Regierungen die Hauptakteure bei der Gestaltung des Friedens bleiben:

„Propaganda allein wirkt nicht, wenn es bewaffnete Zwischenfälle vor Ort gibt. Staaten verändern die Realität. Wenn sie eine Friedensagenda mit realen Maßnahmen untermauern, gewinnen Diplomatie und Medienbotschaften an Glaubwürdigkeit.“

Laut Musabekov ist dies der Grund, warum die Unterstützung für Präsident Ilham Aliyev nach der Rückkehr Karabachs und der Festigung der internationalen Position Aserbaidschans hoch geblieben ist – über 70 Prozent.

Armeniens verfassungsrechtlicher Neustart
Zu den Plänen von Premierminister Nikol Pashinyan, vor den Wahlen 2026 Verfassungsreformen durchzusetzen, sagte Musabekov, dass selbst Oppositionskräfte die neuen Realitäten nicht umkehren könnten.

„Sie können verzögern oder feilschen, aber sie können die Fakten nicht ändern. Ein Friedensvertrag und offene Routen werden letztlich Realität.“

Der Zangezur-Korridor als Teil der eurasischen Handelskarte
Er stellte fest, dass der seit Langem diskutierte Zangezur-Korridor das Rückgrat des „Mittleren Korridors“ bilden wird, der Asien und Europa verbindet.

„Je früher diese Route geöffnet wird, desto widerstandsfähiger wird der regionale Handel. Die Schließung der Grenze zwischen Belarus und Polen hat bereits gezeigt, wie fragil alte Lieferketten sind. Dieser Korridor kommt nicht nur Aserbaidschan zugute, sondern auch europäischen Verbrauchern und asiatischen Produzenten.“

Zu Israel, Palästina und der humanitären Gefahr
Mit Blick auf den Nahen Osten sagte Musabekov, dass es Aserbaidschan gelungen sei, Arbeitsbeziehungen sowohl zu Israel als auch zur Palästinensischen Autonomiebehörde aufrechtzuerhalten, doch das Problem der palästinensischen Staatlichkeit bleibe ungelöst.

„Man kann einen Staat anerkennen, der nicht existiert, aber die zugrunde liegenden Probleme verschwinden dadurch nicht. Die akute Gefahr ist humanitär – Gaza ist bereits verwüstet, und anhaltende Kämpfe bergen das Risiko massenhaften Sterbens durch Hunger, Krankheiten und Medikamentenmangel.“

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