Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko und der armenische Premierminister Nikol Paschinjan tauschten am Rande des Globalen Atomforums in Moskau öffentlich einen Händedruck aus – ein Zeichen der Höflichkeit nach einem Jahr angespannter Beziehungen.
Ein vom belarussischen Präsidenten-Pool auf dem Telegram-Kanal „Pul Pervogo“ veröffentlichtes Foto zeigte Lukaschenko und Paschinjan nebeneinander sitzend bei einem informellen Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Atom-Museum auf dem VDNKh-Gelände. Das Bild ist bemerkenswert angesichts der starken Verschlechterung der armenisch-belarussischen Beziehungen im Jahr 2024. Damals hatte Premierminister Paschinjan angekündigt, dass kein armenischer Beamter Belarus besuchen werde, solange Lukaschenko an der Macht bleibe.
Eriwan hatte seinen Botschafter aus Minsk zurückgerufen, nachdem Lukaschenko die armenische Haltung im Bergkarabach-Konflikt offen kritisiert und eine klare Unterstützung für Aserbaidschan geäußert hatte. Die diplomatische Eiszeit wurde durch die öffentliche Empörung in Armenien noch verstärkt, wo Demonstranten die belarussische Botschaft in Eriwan mit Eiern bewarfen.
Vor diesem Hintergrund fällt die einfache Geste eines Händedrucks auf einem großen internationalen Forum besonders auf. Obwohl keine der beiden Seiten eine offizielle Erklärung zum Treffen abgab, deutet das Bild darauf hin, dass beide Führer bereit sind, Spannungen zumindest in multilateralen Rahmen beiseite zu legen.
Das Globale Atomforum, das in Moskau stattfand, brachte Staats- und Regierungschefs – darunter Wladimir Putin – zusammen, um über Atomenergie und Sicherheit zu sprechen. Für Armenien und Belarus boten die Randgespräche jedoch eine unerwartete Bühne für ein symbolisches Tauwetter in einer frostigen Beziehung.
