Der ehemalige Leiter der Exekutivgewalt, Lütvali Babayev, der das Amt 14 Jahre lang innehatte, sagte in einem Prozess aus, in dem sein Sohn als Geschädigter gilt.
Wie Qafqazinfo berichtet, ist der Ex-Beamte einer der Schlüsselfiguren im großangelegten Betrugsfall.
Auf der Anklagebank sitzen der Chefarzt der renommierten Uniklinika, Aruz Aliyev, sowie sein enger Freund Ehtiram Kerimov. Beide befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Laut Anklage entwickelten sie ein komplexes Betrugsschema, um das Vermögen von Babali Babazade, Sohn des Ex-Beamten, im Wert von 2 Millionen Manat an sich zu reißen. Sie nutzten seine finanziellen Probleme mit den Steuerbehörden aus, überredeten ihn zu einem Aufenthalt in der Türkei und verkauften mithilfe einer Vollmacht schnell seine Immobilien und andere Vermögenswerte.
Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück und behaupten, sie hätten nur versucht, Babali aus seiner misslichen Lage zu helfen.
Babayev schilderte im Gerichtssaal aufgebracht:
„Aruz war der behandelnde Arzt meines Sohnes. Babali half ihm sogar, in einer angesehenen Klinik Arbeit zu finden. So hat er sich bedankt – indem er das Vertrauen missbrauchte und sich das Vermögen aneignete. Warum hast du meinen Sohn in die Türkei geschickt? Welches Ziel hattest du?“
Der Ex-Beamte übergab den Ermittlern außerdem belastende Tonaufnahmen.
Verteidiger Ilgar Rustamov bezeichnete Babayevs Aussagen als irrelevant für das Verfahren.
Richterin Mahira Kerimova vertagte daraufhin die Verhandlung. Die Befragung von Lütvali Babayev wird in der nächsten Sitzung fortgesetzt.
