Aserbaidschans Bildungssystem bereitet sich auf umfassende Reformen vor, die von Unternehmenskursen an Schulen bis hin zu KI-gestützten digitalen Werkzeugen reichen, so Wissenschafts- und Bildungsminister Emin Amrullayev.
Auf dem von PASHA Holding in Baku veranstalteten Innovationsgipfel INMerge sagte Amrullayev, dass die Vermittlung von Unternehmertum in der Schule möglich sei, aber sorgfältig gestaltet werden müsse. „Ein Programm oder einen Abschluss zu schaffen, garantiert allein noch keine qualifizierten Absolventen. Unternehmertum sollte durch Kultur und Erziehung gefördert werden, nicht nur durch Diplome“, bemerkte er.
Der Minister räumte erhebliche Herausforderungen ein: Internationale Bewertungen zeigen, dass etwa jeder dritte aserbaidschanische Schüler die Mindeststandards für Lese- und Schreibfähigkeit nicht erfüllt. Er argumentierte, dass die Förderung funktionaler Alphabetisierung eine höhere Priorität habe, als voreilig Nischenprogramme einzuführen. „Wir können keine Innovation auf einem schwachen Fundament aufbauen“, sagte er.
Amrullayev forderte außerdem eine Reform der Universitätslehrpläne und warnte, dass viele Kurse immer noch Wissen von vor 30 Jahren widerspiegeln.
„Das schafft eine 60-jährige Lücke, wenn es an zukünftige Generationen weitergegeben wird. Wir müssen Programme mit Blick auf die Zukunft gestalten“, fügte er hinzu.
Über den Lehrplan hinaus pilotiert das Ministerium praktische Projekte. Am 1. Oktober startet in Baku ein lang geplantes Schulbusprogramm, das in der ersten Phase rund 1.200 Schüler abdeckt. Das Programm, eine öffentlich-private Partnerschaft, soll die Sicherheit verbessern und die Verkehrsüberlastung in der Stadt verringern. Von den Eltern wird erwartet, dass sie einen größeren Teil der Kosten übernehmen, sobald die Abdeckung erweitert wird.
Das Ministerium integriert auch Klimaerziehung, die nicht nur als Wissenschaft, sondern auch als Möglichkeit verstanden wird, die Umwelt-Einstellungen von Kindern in Fächern von Biologie bis Literatur zu prägen.
Parallel dazu entwickelt das Projekt „Digitale Schule“ einen Chatbot, der auf nationalen Lehrbüchern trainiert ist. Er soll Schüler in Fächern wie Aserbaidschanisch, Geschichte und Naturwissenschaften unterstützen und ist Teil einer umfassenderen KI-Strategie im Bildungswesen für 2027–2030.
„Diese Schritte – von sicherem Transport bis hin zu KI-Lernunterstützung – signalisieren eine neue, innovationsgetriebene Richtung für unsere Schulen“, sagte Amrullayev.
