Kyrylo Mukhomedzyanov, Finanzsektorspezialist der International Finance Corporation (IFC), erklärte am dritten Tag der Zweiten Baku Climate Action Week (BCAW-2025), dass die IFC zwei Finanzinitiativen einführe, um den Agrarsektor Aserbaidschans zu stärken.
Mukhomedzyanov wies darauf hin, dass die Landwirtschaft fast 6 % zum BIP Aserbaidschans beiträgt und etwa 35 % der Bevölkerung beschäftigt. Die Exporte von Agrarprodukten hätten sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt, doch der Sektor bleibe stark anfällig für den Klimawandel. “Wir stehen vor ernsten Herausforderungen – kritischer Wassermangel, veraltete Bewässerungssysteme und Bodendegradation. Um diese zu bewältigen, sind finanzielle Mittel entscheidend. Die beiden Instrumente, die wir in Aserbaidschan einführen, sind Agrarbelege und Lagerhausbelege,” erklärte er.
Vor- und Nacherntefinanzierung
Agrarbelege bieten Finanzierung vor der Ernte und ermöglichen es den Bauern, Mittel für Saatgut, Dünger, Treibstoff und moderne Geräte zu sichern. Laut IFC steigert dies die Klimaresilienz und Produktivität.
Lagerhausbelege erweitern die Finanzierung in den Zeitraum nach der Ernte, indem sie den Bauern ermöglichen, ihre Produkte in zertifizierten Lagerhäusern zu lagern und später zu besseren Preisen zu verkaufen.
“Diese Instrumente mögen einfach erscheinen, aber in Wirklichkeit schaffen sie ein ganzes Ökosystem der Agrarfinanzierung,” sagte Mukhomedzyanov.
“Sie erweitern den Zugang zu Krediten, verringern die Risiken für Kreditgeber, verbessern die Rentabilität und stabilisieren die Märkte, indem sie die Preise vorhersehbarer machen. Sie unterstützen auch Vertragslandwirtschaft und fördern die Einführung klimafreundlicher Praktiken.”
Laut IFC werden die Initiativen durch regulatorische Rahmenbedingungen unterstützt, die auf die Bedürfnisse des Agrarsektors zugeschnitten sind, und gewährleisten so langfristige Nachhaltigkeit.
