Zahnbehandlungen in Aserbaidschan werden zunehmend als Luxus angesehen, da steigende Kosten selbst grundlegende Eingriffe für viele Bürger unerschwinglich machen.
Bewohner berichten, dass Füllungen, Extraktionen und Kontrolluntersuchungen inzwischen Familienbudgets stark belasten. “Eine Füllung kostet 50 bis 70 Manat. Ich kann mir den Zahnarztbesuch nicht leisten, obwohl ich eine Behandlung brauche. Selbst eine einfache Extraktion kostet 40–50 Manat,” sagte ein Befragter in einer Straßenumfrage.
Ein weiterer bemerkte, dass auch Routineuntersuchungen unerschwinglich geworden seien, mit Konsultationen zwischen 80 und 100 Manat.
Familien mit Kindern sind am stärksten betroffen. Eltern berichten, dass eine Kinderfüllung 30 Manat kostet, während derselbe Eingriff für Erwachsene oft das Doppelte beträgt.
Experten verweisen auf einen Anstieg der Zahnarztkosten um 30 % im vergangenen Jahr. Zahnärztin Nigar Aghayeva erklärte gegenüber KhazarTV, dass importierte Materialien für diesen Anstieg verantwortlich seien: Füllungen kosten je nach Qualität zwischen 60 und 150 Manat, Kronen 150 bis 500 und Implantate 500 bis 1.500. Auch steigende Preise für Sterilisations- und Desinfektionsgeräte hätten zusätzlichen Druck erzeugt.
Ihr Kollege Shamil Rzayev sagte, dass die Abhängigkeit des Sektors von Importen bedeute, dass sich jede Preissteigerung im Ausland sofort lokal bemerkbar mache.
“Fast alles, von der Ausrüstung bis zu Implantaten, wird importiert. Deshalb steigen die Preise immer weiter,” sagte er.
Er fügte hinzu, dass die Marktpreise für Implantate nun 1.700 Manat erreichen, während ästhetische Eingriffe zwischen 250 und 700 Manat liegen.
Das Ergebnis, so warnen Experten, sei eine wachsende Ungleichheit beim Zugang zur Gesundheitsversorgung. Während einige Kliniken günstigere Materialien anbieten, wächst die Kluft zwischen Bedarf und Erschwinglichkeit weiter und lässt einkommensschwachen Familien kaum andere Möglichkeiten, als Behandlungen aufzuschieben oder ganz darauf zu verzichten.
