Ein einziger Anruf kann für eine Frau, die häusliche Gewalt erlebt, oder ein Kind, das unter Cybermobbing leidet, lebensrettend sein. 2025 ist die Zahl solcher Hilferufe in Aserbaidschan deutlich gestiegen, erklärte Kamala Ashumova, Direktorin der NGO „Sichere Zukunft“, im Gespräch mit Media.Az.
Von Januar bis September wurden über 6000 Anfragen registriert: 3748 bei der Kinder-Hotline und 2382 bei der Frauen-Hotline. Am häufigsten wurde psychologische Unterstützung nachgefragt, doch reichten die Themen von rechtlichen Fragen bis zu Gewalt- und Sozialproblemen.
Bei Kindern dominierten Fälle von Kommunikationsproblemen nach Scheidungen, Meldungen über Gewalt, Cybermobbing, Erpressung, aber auch Versuche, Minderjährige in frühe Ehen oder Bettelei zu zwingen. Frauen berichteten vor allem von häuslicher Gewalt, Scheidungskonflikten, Cyber-Bedrohungen und finanziellen Schwierigkeiten.
In den ersten neun Monaten wurden 566 Fälle von Gewalt gegen Kinder und 289 gegen Frauen dokumentiert. 131 Kinder und 132 Frauen wurden in Schutzunterkünfte gebracht. 33 Frühverheiratungen konnten verhindert werden. 167 Kinderschutz- und 152 Frauenfälle wurden an die Polizei übergeben.
Anrufe kamen nicht nur aus Baku und Absheron, sondern auch aus entlegenen Regionen sowie aus dem Ausland, darunter Türkei, Deutschland, Russland und Ukraine. Der Anstieg im Vergleich zu 2024 zeigt sowohl das gestiegene Vertrauen in die Hotlines als auch die Wirkung von Aufklärungsarbeit in Schulen und Regionen.
Hotlines in Aserbaidschan: Ein Anruf kann Leben von Frauen und Kindern retten
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