Aserbaidschan stärkt seine Rolle als wichtiger Energieversorger nicht nur für Europa, sondern für die gesamte Region, sagte SOCAR-Präsident Rovshan Najaf bei der Eröffnung des eurasischen KAZENERGY-Forums in Astana.
“Aserbaidschan spielt heute eine entscheidende Rolle nicht nur bei der Gewährleistung der Energiesicherheit Europas, sondern auch in der weiteren Region”, betonte Najaf und hob den wachsenden Beitrag des Landes zu stabilen Energielieferungen hervor.
Zusammenarbeit mit der Türkei und Katar
Najaf hob die gemeinsamen Bemühungen mit der Türkei und Katar hervor, um die regionalen Energieflüsse auszubauen.
“Zusammen mit der Türkei konnten wir Gaslieferungen nach Syrien starten, ein Land mit dringend benötigter Energie,” sagte er. “Mit Unterstützung der katarischen Partner begannen die Lieferungen im August dieses Jahres – etwas, das vor nur sechs Monaten nicht auf unserer Agenda stand. Dies zeigt die Bereitschaft Aserbaidschans, eine größere Rolle in der regionalen Energiesicherheit zu übernehmen.”
Langfristige Verträge erforderlich
Während er Aserbaidschans reichhaltige Ressourcen hervorhob, betonte Najaf die Notwendigkeit klarer Verpflichtungen von den Partnern:
“Wir verfügen über ausreichende Ressourcen, aber was wir brauchen, sind langfristige Verträge mit Käufern und gemeinsame Finanzierung. Nur so können wir das volle Potenzial unserer anderen Projekte ausschöpfen.”
Er wies außerdem auf die Transformation von SOCAR von einem traditionellen Ölunternehmen zu einem diversifizierten Öl-, Gas- und Energieunternehmen hin.
Effizienz und Wachstumsbalance
Najaf legte starken Nachdruck auf Energieeffizienz und wies darauf hin, dass eingespartes Gas im Inland mehr Exporte ins Ausland ermöglicht.
“Wir sehen viele Möglichkeiten, Gas zu sparen, indem wir in Haushalten und Industrie effizientere Lösungen einsetzen,” sagte er. “Aber ein reduzierter Gasverbrauch darf nicht auf Kosten des Wirtschaftswachstums gehen. Vorrang sollten alternative Energielösungen haben, die die Produktion aufrechterhalten.”
Seiner Ansicht nach könnte eine wirtschaftliche Verlangsamung infolge sinkender industrieller Nachfrage die langfristige Stabilität untergraben. “Wenn Volkswirtschaften sich verlangsamen, fordern Gesellschaften politische Kurswechsel, die langfristig zu schlechten Entscheidungen führen können,” warnte Najaf.
Investitionsprioritäten und Kostenvorteil
In Bezug auf Investitionen sprach sich Najaf für die parallele Umsetzung von Projekten aus, um die Effizienz zu maximieren:
“Wenn wir eine Bohranlage oder ein Schiff gleichzeitig für fünf oder sechs Projekte einsetzen, erzielen wir erhebliche Einsparungen und bauen gemeinsame Infrastrukturen wie Exportpipelines. Dies senkt die Investitionskosten insgesamt.”
Er schloss mit dem Hinweis auf die Wettbewerbsfähigkeit:
“Heute konkurrieren alle Upstream-Projekte weltweit. Da Öl- und Gaspreise nahezu einheitlich sind, ergibt sich der Wettbewerbsvorteil aus Kostensenkungen. Deshalb trägt die parallele Durchführung von Projekten dazu bei, die Ausgaben zu optimieren und die Rentabilität zu sichern.”
