Das Hauptziel von Vorschulklassen besteht darin, Kinder auf das schulische Umfeld vorzubereiten. In dieser Phase geht es nicht nur um Lesen, Schreiben und Mathematik, sondern auch um soziale Fähigkeiten sowie psychologische Funktionen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis.
Doch wenn dieselben Inhalte bereits in der ersten Klasse vermittelt werden – wie notwendig ist dann die Vorschule?
Laut Bildungsexperte Kamran Asadov sollen die Vorschulgruppen die körperliche und psychologische Bereitschaft der Kinder sicherstellen, die ein Jahr später in die Schule kommen.
“Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass Kinder ohne Vorschulvorbereitung oder Kindergarten erhebliche Anpassungsschwierigkeiten in der ersten Klasse haben. In öffentlichen Schulen dauern die Vorschulgruppen zwei Stunden pro Tag, werden von den späteren Erstklasslehrern geleitet, und die vom Bildungsministerium genehmigten Lehrbücher werden kostenlos bereitgestellt. In Kindergärten verbringen die Kinder den ganzen Tag – sie schlafen, essen und lernen teilweise spielerisch”, erklärt der Experte.
Asadov betont zudem, dass Kinder in der Vorschule nicht gezwungen werden sollten, Lesen und Schreiben zu lernen:
“Das Grundschulprogramm ist ohnehin anspruchsvoll. In privaten Schulen wird Kindern in der Vorbereitung sogar der Erstklassstoff vermittelt. Dadurch verlieren sie später im Unterricht das Interesse an bekannten Inhalten, was zu Passivität führen kann.”
Der Experte rät Eltern, ihre Kinder in dieser Phase nicht mit Schulstoff zu überfordern, sondern ihnen zu ermöglichen, die Welt zu entdecken, da ihr Gehirn in diesem Alter noch nicht für tiefes Wissen bereit ist.
