Pharma-Paradoxon: Warum Aserbaidschaner Doppelt so Viel für Medikamente Zahlen

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In Aserbaidschan herrscht eine besorgniserregende Lage auf dem Arzneimittelmarkt. Die Preise für viele lebenswichtige Medikamente sind für einen großen Teil der Bevölkerung kaum noch erschwinglich. Besonders schockierend: Dieselben Präparate kosten im Ausland nur halb so viel wie in lokalen Apotheken.

Der Parlamentsabgeordnete Vugar Bayramov kritisierte die aktuelle Situation und betonte, dass die Preisgestaltung im Pharmasektor dringend optimiert werden müsse. Seiner Meinung nach sollte vor allem die Senkung der Kosten für die am meisten benötigten Medikamente im Fokus stehen, die täglich von Tausenden Menschen gebraucht werden.

„Die Entwicklung der lokalen Produktion muss unsere strategische Priorität sein. Eine inländische Herstellung kann die Produktionskosten erheblich senken, was sich zwangsläufig auch auf die Endverbraucherpreise auswirkt“, erklärte Bayramov.

Der bekannte Facharzt und Mediziner Dr. Adil Geibulla führte die Preisunterschiede vor allem auf die Importkette zurück.

„Wir erleben die klassische Verteuerung von Importwaren. Medikamente kommen aus dem Ausland, durchlaufen den Zoll, Unternehmer tragen Transport- und Logistikkosten, dazu kommen verschiedene Steuern und Abgaben. All das treibt den Endpreis massiv in die Höhe. In manchen Fällen ist die Situation so kritisch, dass der Tarifrat eingreifen muss, um die Preise zu regulieren“, erläuterte er.

Die offizielle Position des Gesundheitsministeriums von Aserbaidschan lautet, dass die Preisbildung für Medikamente streng gesetzlich geregelt ist. Laut dem Gesetz „Über Arzneimittel“ und dem Kabinettsbeschluss Nr. 209 vom 3. Juni 2015 unterliegt die Preisüberwachung dem Tarifrat.

„Alle Medikamente, die auf den aserbaidschanischen Markt kommen, müssen obligatorische Labortests durchlaufen. Erst nach einer positiven Qualitätsbewertung dürfen sie verkauft werden“, betonte das Ministerium.

Auch das Wirtschaftsministerium gab eine offizielle Erklärung ab und wies darauf hin, dass die Regulierung und Überprüfung der Arzneimittelpreise in die Zuständigkeit des Tarifrats fällt und mindestens einmal pro Quartal erfolgt.

„Bei der Preisfestsetzung werden zahlreiche Faktoren berücksichtigt: chemische Zusammensetzung, Wirkstoffdosierung, Darreichungsform, Verpackungstyp und Herkunftsland“, heißt es in der Erklärung.

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