Die Wiederherstellung der fehlenden Eisenbahnverbindung zwischen Aserbaidschan und Nachitschewan hat strategische Bedeutung nicht nur für den Südkaukasus, sondern für die gesamte eurasische Region, sagte der deutsche Botschafter in Aserbaidschan, Ralf Horlemann, auf einer Pressekonferenz während der Deutsch–Aserbaidschanischen Exportfinanzierungskonferenz 2025.
Horlemann betonte, dass die Entwicklung von Landtransportkorridoren zwischen Ostasien und Europa entscheidend ist, um Handels- und Energierouten zu diversifizieren und die Abhängigkeit vom Seeverkehr zu verringern.
„Derzeit wird der Großteil des Handels zwischen Asien und Europa über den Seeweg abgewickelt. Landbasierte Routen machen nur einen kleinen Teil aus, aber ihr Wachstumspotenzial ist eindeutig“, sagte der Botschafter.
Er stellte fest, dass Aserbaidschan bereits stark in die Verkehrsinfrastruktur investiert, auch in Nachitschewan, wo ein 42 Kilometer langes fehlendes Bahnsegment noch wiederhergestellt werden muss.
„Dieses Teilstück mag geografisch kurz erscheinen, trägt jedoch enorme politische und wirtschaftliche Bedeutung“, sagte Horlemann. „Es ist nicht nur ein fehlendes Bindeglied zwischen zwei Ländern, sondern zwischen den Routen, die Ost und West verbinden.“
Der Botschafter betonte, dass der Wiederaufbau dieses Abschnitts für den vollständigen Betrieb der Verkehrsnetze, die Europa, den Kaukasus und Zentralasien verbinden, unerlässlich ist.
„Dieses Projekt ist nicht nur für Aserbaidschan und Armenien wichtig, sondern für die gesamte Region – Zentralasien, die Türkei und die beiden Enden des Korridors: Ostasien und Europa“, sagte Horlemann. „Nach dem Friedensabkommen zwischen Aserbaidschan und Armenien wird es möglich sein, das Projekt des Zangezur-Korridors – auch bekannt als ‚Trump-Route‘ (TRIPP) – umzusetzen. Dessen Fertigstellung wird neue Chancen für den Handel zwischen Asien und Europa schaffen und bestehende Lücken in den Logistikketten schließen.“
Er fügte hinzu, dass der Mittlere Korridor ebenfalls zu Frieden und Stabilität beiträgt, da er Aserbaidschan über Armenien mit der Türkei und der Europäischen Union verbindet.
„Wir schätzen Aserbaidschans Investitionen in Straßen, Eisenbahnen, Häfen und für den Handel wesentliche Infrastruktur sehr hoch“, sagte Horlemann. „Dies bietet auch eine hervorragende Gelegenheit für deutsche Exporteure und Investoren, diesen positiven Schwung zu unterstützen und daran teilzunehmen.“
