Auf dem Automarkt Aserbaidschans werden die Preise ständig durch Wechselkursänderungen, Zollabgaben und Produktionskosten in den Herstellerländern beeinflusst. Auch Umweltauflagen, technologische Innovationen und das lokale Fahrzeugangebot können Preissteigerungen oder -rückgänge bewirken. Somit wird der Endpreis für Käufer nicht nur vom Fahrzeugwert bestimmt, sondern von einem Zusammenspiel wirtschaftlicher und administrativer Faktoren.
Der Verkehrsexperte Eldaniz Dschafarow erklärte, dass derzeit eine deutliche Belebung des aserbaidschanischen Automarktes zu beobachten sei:
„Im Vergleich zur Sommersaison ist die Marktaktivität deutlich gestiegen. Die Käufer zeigen großes Interesse an Hybridfahrzeugen. Auch Elektroautos verzeichnen eine gewisse Nachfrage, sind aber noch nicht weit verbreitet.“
Laut Dschafarow sind Hybride mit Motorgrößen zwischen 1.500 und 2.500 cm³ derzeit am gefragtesten:
„Unsere Untersuchungen zeigen, dass offizielle Händler und Distributoren auf dem Markt die Preise gesenkt haben. Verschiedene Rabattaktionen sollen die Nachfrage ankurbeln. Im Durchschnitt betragen die Preisnachlässe rund 5 %. Interessant ist, dass im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen die Preise im Herbst stiegen, nun der gegenteilige Trend herrscht.“
Er wies außerdem auf deutliche Preisrückgänge bei gebrauchten Diesel- und Benzinfahrzeugen hin.
Der Vorsitzende des Verbands der Automobilhändler Aserbaidschans (AADA), Eyub Alijew, sprach von einem beispiellosen Interesse an Hybridfahrzeugen.
Auch Elektroautos seien gefragt, allerdings in deutlich geringerem Maße.
Ein zentraler Faktor dieser Marktdynamik ist das Auslaufen der Steuervergünstigungen für Hybride im Januar 2026.
Wegen der Unsicherheit über die künftige Steuerpolitik kaufen viele Kunden diese Fahrzeuge vorzeitig, was den Markt belebt.
„Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist die Lage schwierig. Die Preise für Autos mit herkömmlichen Motoren sind um 40–45 % gefallen. Viele Fahrzeuge stehen monatelang zum Verkauf, ohne Käufer zu finden“, sagte Alijew.
Der AADA-Vertreter betonte zudem, dass das Interesse an Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ebenfalls sinke – vor allem wegen der aktuellen Mehrwertsteuerbefreiung für Hybridautos.
„Sollte diese Steuervergünstigung auch im kommenden Jahr bestehen bleiben, wird sich die aktuelle Marktstruktur kaum verändern. Die Verkäufe von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren – neu wie gebraucht – werden weiter zurückgehen. Der Staat plant den Ausbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in der Hauptstadt und in den Regionen. Ich denke, die staatliche Politik wird sich zunehmend auf die Förderung von Elektromobilität konzentrieren“, schloss Alijew.
Quelle: Qaynarinfo
