In Cafés, Friseursalons und kleinen Geschäften in Baku hört man immer öfter: „Nur Barzahlung oder Überweisung auf Karte.“ In einer Zeit digitaler Zahlungen wirkt das rückschrittlich – die Gründe sind wirtschaftlicher Natur.
Viele Unternehmer erklären, dass Banken 1–3 % Gebühren pro Kartentransaktion verlangen. Für kleine Betriebe sind diese Kosten spürbar, während Bargeld oder Direktüberweisung sofort und ohne Abzüge verfügbar ist. Doch Juristen weisen darauf hin: Diese Praxis ist illegal.
Der Leiter des Rechtszentrums Norma, Schamil Paschajew, betont:
„Das Fehlen eines POS-Terminals verstößt gegen das Gesetz. Beim ersten Verstoß droht eine Geldstrafe von 1.000 Manat, bei Wiederholung bis zu 6.000 Manat.“
Die Staatliche Steuerbehörde bestätigte gegenüber Media.az, dass „Karte-zu-Karte“-Zahlungen trotz Aufklärungskampagnen weiterhin vorkommen. Da kein Steuerbeleg ausgestellt wird, verlieren Kunden ihr Rückgaberecht und die Teilnahme am Programm zur Rückerstattung von 17,5 % Mehrwertsteuer. In den ersten acht Monaten 2025 wurden 1.143 Verstöße festgestellt.
Der Vorsitzende des Verbraucherverbandes, Eyyub Guseinov, kritisiert, dass manche Händler selbst mit Terminal direkte Überweisungen verlangen:
„Das verstößt gegen das Gesetz, fördert Steuerhinterziehung und benachteiligt ehrliche Unternehmer. Es braucht strengere Kontrollen und besser informierte Verbraucher.“
