Nach einem Jahr des Schweigens: Putin äußert sich zum AZAL-Absturz – Alijew begrüßt Kurswechsel Moskaus

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Das lange erwartete Treffen zwischen dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Duschanbe markiert einen Wendepunkt in den seit dem AZAL-Flugzeugabsturz im Dezember 2024 angespannten bilateralen Beziehungen.
Laut politischen Analysten wurde Putins Entscheidung, das Gespräch mit dem Thema der Flugzeugkatastrophe zu beginnen, weithin als Geste der Verantwortungsübernahme und als Antwort auf Bakus Forderung nach Klarheit gesehen.

„Wenn die Krise mit dem Absturz begann, musste auch die Normalisierung dort beginnen“, sagte Farhad Mammadov, Leiter des Zentrums für Südkaukasus-Studien, in einem Interview mit Minval Politika.
Mammadov betonte, dass Format und Protokoll des Treffens die Gleichstellung beider Seiten unterstrichen: „Keiner trat als Gastgeber oder Bittsteller auf. Es war ein Treffen auf Augenhöhe“, bemerkte er.

Nach Ansicht des Analysten entsprach Putins Tonfall den zentralen Erwartungen Aserbaidschans. Der russische Präsident erläuterte die technischen und betrieblichen Ursachen der Tragödie und deutete an, dass der Abschlussbericht — gemäß ICAO-Verfahren im Dezember erwartet — diese Ergebnisse widerspiegeln werde.

Anzeichen humanitärer Entspannung
Nach den Gesprächen in Duschanbe unternahmen Moskau und Baku Schritte, um die Spannungen im humanitären Bereich abzubauen. In Russland wurde der ehemalige Direktor des Moskauer Satiretheaters, Mamedali Agajew, ein aserbaidschanischer Staatsbürger, aus der Haft entlassen. In Aserbaidschan wurde der Geschäftsführer von Sputnik Aserbaidschan, Igor Kartavykh, unter Hausarrest gestellt.

„Diese Schritte zeigen, dass beide Seiten sich von der Konfrontation entfernen und zum Dialog zurückkehren“, sagte Mammadov. Außerdem betonte er die Bedeutung der Lösung des Falls der Familie von Schachin Schichlinski, einer Schlüsselfigur der aserbaidschanischen Diaspora im Ural, und nannte ihn eine humanitäre Priorität.

Strategische Neuausrichtung und die „Trump-Route“
Mammadov hob hervor, dass Baku westlichen Versuchen widerstand, die AZAL-Tragödie zu politisieren. „Aserbaidschan lehnte Hilfsangebote der USA, des Vereinigten Königreichs und der EU ab und zog es vor, die Untersuchung intern durchzuführen – um zu verhindern, dass das Thema gegen Russland instrumentalisiert wird“, erklärte er.

Dies habe Aserbaidschans internationale Position als unabhängiger Akteur gestärkt, der in der Lage sei, seine Interessen gegenüber Moskau und dem Westen zu verteidigen.
In Bezug auf die Friedensinitiative „Trump-Route“ prognostizierte Mammadov, dass die kommenden 18 bis 24 Monate „strukturelle Veränderungen“ im Südkaukasus bringen werden – darunter ein Friedensabkommen zwischen Baku und Eriwan, die Normalisierung der Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei sowie die Öffnung regionaler Transportkorridore.

Russlands berechnetes Timing
Warum wartete Putin fast ein Jahr, um das Thema öffentlich anzusprechen?

„Russland musste sich an die neuen regionalen Realitäten anpassen“, sagte Mammadov. „Prozesse entwickelten sich ohne seine Beteiligung. Dieses Treffen zeigt, dass Moskau anerkennt, dass sich der Südkaukasus verändert – und dass es seine Rolle in dieser neuen Realität neu definieren muss.“

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