Die Prioritäten der Liebe verändern sich – und mit ihnen verblassen die traditionellen Werte, sagt die Psychologin Gulnar Orujova in einem Interview mit Bizim.Media.
“Jede Information, die an die Öffentlichkeit gelangt, trägt einen ideologischen Zweck,” erklärt sie. “Früher bestand dieser Zweck darin, ein gesundes Familienmodell zu fördern.
In alten Filmen wie Die Begegnung, Die Telefonistin oder Unter der Glühenden Sonne wurden Ehrlichkeit und harte Arbeit gefeiert. Damals galt ein armer, aber anständiger Mann als würdigerer Empfänger von Liebe. Doch im Laufe der Zeit wurde der Kult um Reichtum und Luxus Teil der Popkultur.”
Laut Orujova stärkte der Aufstieg ausländischer Fernsehserien wie Einfach Maria, Santa Barbara und Die Klonin den Glauben, dass ein Leben im Luxus gleichbedeutend mit Glück und Erfolg sei.
“Heute will jeder so schnell und einfach wie möglich reich werden,” sagte sie.
Die Psychologin argumentiert, dass für viele junge Frauen die Ehe zu einer finanziellen Strategie geworden ist, statt zu einer emotionalen Bindung:
“Unsere Mädchen verlieben sich zunehmend in die Geldbörse, nicht in die Seele. Nur wenige sind bereit, 30 oder 40 Jahre mit einem Mann ohne Geld zu verbringen. Leider werden solche Männer oft nur von ihren Müttern geliebt – denn die mütterliche Liebe bleibt die letzte bedingungslose Art.”
Orujova weist auch auf eine tiefere Erosion innerhalb der Familienbeziehungen hin, verursacht durch wirtschaftliche Schwierigkeiten:
“In vielen Familien bevorzugen Mütter jetzt das Kind, das mehr verdient. Er sitzt am Kopf des Tisches, seine Launen werden geduldet, seine Meinungen geschätzt – während ärmere Söhne still beiseitegeschoben werden. Es ist schmerzhaft zuzugeben, aber auch das ist Teil unserer Realität geworden.”
