Vor wenigen Tagen wurde im Wohnviertel „Mahrasa Bagy“ in Gandscha, in der Nähe des Kindergartens Nr. 15, der 16-jährige Vagif Rafibeyli tödlich verletzt.
Ersten Erkenntnissen zufolge kam es zwischen zwei Jugendlichen zu einem Streit, bei dem einer Vagif mit einem Messer stach. Der Junge starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Die Behörden ermitteln und versuchen, die Umstände aufzuklären.
Experten weisen darauf hin, dass Messerangriffe unter Jugendlichen zunehmen und in der Gesellschaft Besorgnis hervorrufen.
Die Psychologin Gülnar Orudsheva erklärte gegenüber Bizim.Media, die steigende Aggression stehe in Zusammenhang mit psychischen Problemen und sozialem Druck:
„Menschen können sich offenbar nicht mehr mit Worten ausdrücken. Der Stress und die Probleme, denen sie begegnen, führen oft zu unkontrollierter Aggression. Meist ist Aggression Ausdruck innerer Anspannung.“
Sie warnte auch vor der gefährlichen Gewohnheit, Messer mitzuführen:
„Das Tragen langer Klingen ist gesetzlich verboten, doch einige missachten diese Regel. Wer ein Messer trägt, wird es irgendwann benutzen. Eltern sollten darauf achten und es ihren Kindern untersagen.“
Der gesellschaftliche Aktivist Tural Irfan sieht die Ursachen solcher Tragödien in verzerrten Werten und der Romantisierung von Gewalt:
„Aggressives Verhalten wird zunehmend über Musik, Filme und soziale Medien vermittelt. Anstatt Intelligenz und Kreativität zu fördern, werden destruktive Muster gefeiert.“
Er erinnerte daran, dass es in der türkischen Tradition nie als mutig galt, einen unbewaffneten Menschen anzugreifen:
„Die alten Türken kämpften offen, von Angesicht zu Angesicht. Einen Wehrlosen mit dem Messer anzugreifen, ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche.“
Nach Ansicht der Experten ist ein systematisches Vorgehen nötig — von Aufklärungskampagnen bis zu strengerer Kontrolle des Waffenbesitzes und Stärkung moralischer Werte.
