Die Ölpreise tendieren auf den globalen Märkten nach unten, da sich die Dynamiken im Nahen Osten verändern, OPEC+ Produktionsanpassungen vornimmt und globale wirtschaftliche Gegenwinde weiterhin die Anlegerstimmung beeinflussen.
Der Ökonom Akif Nasirli sagte gegenüber Sfera.az, dass es schwierig bleibe, das Verhalten des Ölmarktes vorherzusagen, da die Preise von zahlreichen miteinander verknüpften Faktoren beeinflusst werden.
„Aktuelle Daten und Trends deuten darauf hin, dass die Preise kurzfristig weiter fallen könnten“, sagte er. „Während die OPEC+-Gruppe in ihrer Produktionspolitik vorsichtig bleibt, haben einige Mitgliedsstaaten bereits begonnen, die Beschränkungen schrittweise zu lockern. Für November beschloss OPEC+ eine moderate Produktionssteigerung um 137.000 Barrel pro Tag – kein großer Sprung, aber ein Zeichen für eine schrittweise Ausweitung des Angebots.“
Nasirli fügte hinzu, dass die steigende Produktion von Nicht-OPEC-Ländern wie den USA, Kanada und Brasilien ebenfalls Druck auf die Preise ausübe. Die Internationale Energieagentur prognostiziert für 2025 einen weltweiten Angebotsanstieg um 1,8 Millionen Barrel pro Tag, während die US-Energieinformationsbehörde erwartet, dass die US-Produktion im nächsten Jahr ein Rekordniveau erreichen wird.
„Risiken einer globalen Konjunkturabschwächung, die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie der Waffenstillstand im Gazastreifen haben die ‚Risikoprämie‘ in den Ölpreisen verringert“, merkte er an. „Die geopolitischen Risiken sind nicht mehr so hoch wie zuvor, was den Markt stabilisiert und die Preise leicht nach unten drückt.“
Dennoch warnte der Ökonom, dass jede Eskalation des Konflikts im Nahen Osten – insbesondere Szenarien, die die Schließung der Straße von Hormus beinhalten – kurzfristige Preisspitzen auslösen könnte.
„Wenn die Produktion weiter steigt und die Nachfrage sich nicht erholt, könnten die Preise weiter fallen“, sagte Nasirli. „Aber militärische Auseinandersetzungen oder Infrastrukturschäden in der Region könnten die Preise vorübergehend stark ansteigen lassen.“
