Axmaqdır da, nə deyəsən … Doch hinter dieser Dummheit stehen Blut, Waisen und das Schweigen einer Gesellschaft, die sich immer noch nicht traut, das Böse beim Namen zu nennen.
In dieser Woche ereignete sich im Bezirk Tovuz eine weitere Familientragödie – Symbol einer viel tiefer liegenden Krankheit. Der 32-jährige Sabuhi Hacızade, der kürzlich aus Deutschland zurückgekehrt war, erstach seine Frau, die 29-jährige Metanet Hacızade, Mutter von drei Kindern.
Anschließend nahm er ein Video auf, gestand den Mord “aus Eifersucht”, zeigte das blutige Messer und sagte, dass er keine Angst vor dem Gefängnis habe, aber “nicht mehr leben wolle”. Danach nahm er sich das Leben. Drei Jungen blieben als Waisen zurück.
Und statt Entsetzen — Hunderte Kommentare der Unterstützung für den Mörder: “Er hielt die Schande nicht aus”, “Ein echter Mann hätte genauso gehandelt”, “Sie hat ihn provoziert.”
Das ist der zweite, noch schrecklichere Teil des Verbrechens.
Der Kult des verletzten Mannes
Die aserbaidschanische Gesellschaft lebt noch immer nach dem Gesetz des Eigentums: Die Frau ist keine Person, sondern “Ehre”, “Territorium”, “Spiegel männlicher Würde”.
Und wenn in diesem Spiegel ein Riss erscheint, glaubt der Mann, alles zerstören zu dürfen.
Wir verwechseln Eifersucht mit Liebe, Kontrolle mit Fürsorge, Gewalt mit Tapferkeit.
Sabuhi war kein Monster aus dem Nichts. Er ist das Produkt einer Umgebung, in der Stolz wichtiger ist als Gewissen. Wo man lehrt, dass es schlimmer ist, das Gesicht zu verlieren als die Seele.
“Was werden die Leute sagen?”
Das ist die Regel, die Jungen von klein auf lernen. Die Angst vor gesellschaftlicher Verurteilung hat mehr Leben zerstört als Armut oder Krankheit. Sie treibt Menschen zum Töten, um “den Ruf” zu retten.
Selbst in Europa wurde Sabuhi diese Angst nicht los. Er kehrte aus Deutschland zurück, nicht als freier Mensch, sondern als Gefangener neandertaler Traditionen.
Zivilisation steht nicht im Pass, sondern im Bewusstsein. Man kann Jahre in Berlin leben und doch ein Gefangener der Höhle bleiben.
Eine Gesellschaft, die Beifall spendet
Noch schlimmer ist, dass ihn niemand verurteilte.
Das Video des Mörders verbreitete sich in sozialen Medien, und Hunderte sahen darin nicht ein Geständnis, sondern das Bekenntnis eines “Märtyrers”.
Jeder Kommentar ist ein weiterer Stein in der Mauer künftiger Tragödien.
Wenn der Mörder “Opfer” genannt wird, hören andere: “Wenn du aus Ehre tötest, wirst du verstanden.”
Drei Waisen und unser Gewissen
In Tovuz leben jetzt drei Jungen ohne Mutter und Vater. Sie werden in einer Gesellschaft aufwachsen, die sie bemitleidet und gleichzeitig dieselben Worte wiederholt, die ihre Eltern töteten.
Wir glauben, dass männliche Ehre an der Zahl der verziehenen Beleidigungen gemessen wird.
Aber solange Ehre an vergossenem Blut gemessen wird, bleiben wir in der Steinzeit.
Solange sich nichts ändert
Solange Gerüchte wichtiger sind als Gewissen und Ruf lauter als Mitgefühl, werden solche Tragödien weiter geschehen.
Wir werden Frauen begraben und es “Tradition” nennen.
Wenn das Gewissen zurückkehrt
Vielleicht wird eines Tages Liebe nicht mehr mit Besitz, Stärke nicht mehr mit Gewalt und Eifersucht nicht mehr mit Tapferkeit verwechselt.
Dann endet die Ära der Neandertaler — und die Menschlichkeit beginnt.
