Dank des aktiven politischen Dialogs und des gegenseitigen Vertrauens zwischen Kasachstan und Aserbaidschan entwickelt sich die handels- und wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder dynamisch weiter.
Das erklärte der kasachische Politologe Almat Tokein gegenüber APA. Nach seinen Worten umfasst die Partnerschaft zwischen den beiden Staaten ein breites Spektrum von Bereichen – vom Handel und Transport bis hin zu Energie und humanitärer Zusammenarbeit.
„Im vergangenen Jahr überstieg das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern 530 Millionen US-Dollar, und das ist längst nicht das Ende des Potenzials. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg des Frachtverkehrs im Transkaspischen Internationalen Transportkorridor (TMTM) um 62 Prozent auf 4,5 Millionen Tonnen, was die hohe Effizienz der Zusammenarbeit und die wachsende Bedeutung des Mittleren Korridors zeigt. Im Rahmen des internationalen Transportkorridors ‚West–Ost‘ sind Kasachstan und Aserbaidschan Schlüsselglieder der Infrastruktur an den östlichen und westlichen Ufern des Kaspischen Meeres. Kasachstan modernisiert seine Häfen, während Aserbaidschan die Freihandelszone Alat ausbaut, um das Transitvolumen zu erhöhen“, erklärte der Experte.
Tokein fügte hinzu, dass in diesem Jahr die Modernisierung der Eisenbahnstrecke Baku–Tiflis–Kars abgeschlossen wurde und ihre jährliche Kapazität von 1 auf 5 Millionen Tonnen gestiegen sei: „All dies zeigt deutliche Fortschritte in den wichtigsten Bereichen der bilateralen Zusammenarbeit und stärkt die strategische wirtschaftliche Verflechtung zwischen den Ländern. Derzeit sind in Kasachstan über 1.500 aserbaidschanische Unternehmer tätig, während in Aserbaidschan etwa 150 kasachische Unternehmen operieren. Regelmäßige Regierungstreffen und Wirtschaftsforen fördern diese Beziehungen zusätzlich.“
Der Politologe betonte, dass das Handelsvolumen weiter wachsen werde, was beiden Volkswirtschaften zugutekomme und neue Investitionsmöglichkeiten eröffne: „Insbesondere die Zusammenarbeit im Transit- und Logistikbereich im Rahmen des Mittleren Korridors und des TMTM sei zu einem Antrieb der bilateralen Beziehungen geworden. Beide Länder hätten erhebliche Investitionen in Hafeninfrastruktur, Zufahrtswege und die Handelsflotte getätigt. Die Eröffnung des Zangezur-Korridors werde die Voraussetzungen für eine weitere Vertiefung der Kooperation schaffen. Darüber hinaus werde das kasachische Logistikzentrum in der Freihandelszone Alat die Export- und Importaktivitäten durch größere Lager- und Verarbeitungskapazitäten ausbauen. Trotz Unterbrechungen beim Betrieb des Kaspischen Pipeline-Konsortiums bleibe die Nutzung der Baku–Tiflis–Ceyhan-Pipeline einer der wichtigsten Wege für den Export kasachischen Erdöls. Das geplante Glasfaserkabelprojekt unter dem Kaspischen Meer eröffne zudem neue digitale Transitmöglichkeiten zwischen beiden Ländern und mache Kasachstan und Aserbaidschan zu einer digitalen Brücke zwischen Europa, Asien und China.“
Er fügte hinzu, dass die Einführung digitaler Technologien und des elektronischen Datenaustauschs die Transportprojekte flexibler und effizienter machen werde.
„Gegenseitige Investitionen in Landwirtschaft, Energie und Industrie werden die wirtschaftliche Integration weiter stärken. Der Aserbaidschanisch-Kasachische Investitionsfonds soll als praktische Plattform für die Umsetzung von Projekten in den Bereichen Energie, Transport, Landwirtschaft und Informationstechnologie dienen“, schloss Tokein.
