Während die weltweite Nachfrage nach Elektrofahrzeugen (EVs) weiter steigt, ist in Aserbaidschan ein deutlicher Rückgang des Verbraucherinteresses zu beobachten. Autos, die einst mit Begeisterung gekauft wurden, bleiben nun unverkauft, sagen Experten.
Laut dem Verkehrsexperten Eldaniz Jafarov, der mit Baku.TV sprach, hat der Rückgang mehrere Gründe. “Erstens gibt es einen Mangel an Ladestationen,” erklärte er. “Zweitens gibt es technische Serviceprobleme – wenige qualifizierte Mechaniker und eine begrenzte Verfügbarkeit von Ersatzteilen.”
Jafarov fügte hinzu, dass auch die Reichweite Anlass zur Sorge gibt:
“Sogar Modelle, die mit einer Reichweite von 500 Kilometern beworben werden, schaffen im Winter oft nur etwa 350 Kilometer,” bemerkte er.
Der Experte wies darauf hin, dass der Markt in den letzten zwei Jahren übersättigt wurde, da eine große Zahl von Elektroautos importiert, aber noch nicht verkauft wurde. “Erst wenn diese Lagerbestände abgebaut sind, werden neue Lieferungen eintreffen,” sagte er.
In der Zwischenzeit haben Plug-in-Hybridfahrzeuge – die auf Benzin umschalten, wenn die Batterie leer ist – begonnen, die vollelektrischen Modelle im Verkauf zu überholen. Dies spiegelt die Verbraucherpräferenz für Praktikabilität gegenüber vollständiger Elektrifizierung wider.
Nach Angaben des Staatlichen Zollkomitees importierte Aserbaidschan in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 insgesamt 1.559 vollelektrische Fahrzeuge im Wert von 48,2 Millionen US-Dollar.
Diese Zahlen entsprechen einem Rückgang des Volumens um 30,6 % und einem Rückgang des Wertes um 45,6 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2024.
