Zum ersten Mal in Aserbaidschan wird das weltberühmte Broadway-Musical “Chicago” vollständig auf Englisch und ohne Playback aufgeführt.
Die Premiere findet am 29. Oktober statt und markiert einen wichtigen Meilenstein für die Musiktheaterszene des Landes, berichtet Media.Az.

Die Schauspielerin und Sängerin Dilara Kazimova, die Velma Kelly spielt, bezeichnete die Produktion als eines der anspruchsvollsten, aber lohnendsten Projekte ihrer Karriere.
“Es ist das erste Mal, dass ich gleichzeitig singe, tanze und schauspielere,” sagte Kazimova. “Seit August proben wir viermal pro Woche. Wir haben uns hohe Ziele gesetzt – wir treten komplett live auf, ohne Tonspur. Es ist aufregend und beängstigend zugleich.”
Die Sängerin, die Aserbaidschan beim Eurovision Song Contest vertreten hat, gab zu, dass Lampenfieber nie ganz verschwindet.
“Selbst wenn nur eine Person im Publikum sitzt, bin ich nervös. Jede Bühne löst das gleiche Gefühl in mir aus,” sagte sie mit einem Lächeln.
Ein Projekt im Broadway-Format in Baku

Der Schauspieler Orkhan Agayev, der Billy Flynn verkörpert, betonte die beispiellose Größe des Projekts für Aserbaidschan.
“Dies ist das erste Musical dieser Dimension, das hier aufgeführt wird – und auf Englisch. Als ich in New York lebte, sah ich ‘Chicago’ am Broadway und dachte: ‘Das müssen wir nach Baku bringen.’ Gemeinsam mit [der Leiterin des Baku Jazz Festivals] Leyla Efendiyeva beschlossen wir, es zu realisieren. Jetzt denken wir sogar über eine Tour im In- und Ausland nach,” sagte Agayev.
“Wir stehen Broadway in nichts nach”

Die Schauspielerin Ulviya Rahimova, die Mama Morton spielt, sagte, sie habe sofort eine Verbindung zu ihrer Rolle gespürt.
“Diese Figur passt perfekt zu mir – ich liebe ihren Stil, ihre Stärke, ihr Kostüm. Ich habe ‘Chicago’ in New York gesehen, und ehrlich gesagt steht unsere Produktion der amerikanischen kaum nach. Wir geben alles,” erklärte Rahimova.
Die lokale Produktion, die Live-Jazz, Choreografie und englische Dialoge kombiniert, hat bereits großes öffentliches Interesse geweckt. Für Bakus Theaterszene ist dies nicht nur eine Aufführung – es ist ein Ausdruck künstlerischen Selbstvertrauens.
