Der Mediziner Adil Geybulla hat die Behörden Aserbaidschans aufgefordert, lebenswichtige Medikamente in das Paket der obligatorischen Krankenversicherung (OKV) aufzunehmen, um Bürgern mit chronischen und postoperativen Erkrankungen den Zugang zur Behandlung zu sichern.
Im Gespräch mit Metbuat.az wies Geybulla darauf hin, dass Aserbaidschan derzeit keine eigene pharmazeutische Produktion besitzt und vollständig auf Importe angewiesen ist.
“Die meisten Medikamente in Aserbaidschan stammen aus Europa, Russland, der Ukraine, Belarus, der Türkei und Indien,” sagte er. “Zu Sowjetzeiten hatten wir eine funktionierende Pharmaindustrie, die jedoch nach und nach verloren ging. Wenn wir heute von Markenmedikamenten sprechen, meinen wir also importierte Präparate.”
Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten sichern
Laut Geybulla müssen Patienten, die sich einer Herzoperation unterzogen haben oder an Diabetes und anderen chronischen Krankheiten leiden, bestimmte Medikamente lebenslang einnehmen.
“Ein kontinuierlicher und idealerweise kostenloser Zugang zu diesen Arzneimitteln ist entscheidend, um die Gesundheit zu erhalten und Komplikationen zu verhindern,” betonte er.
Er schlug vor, dass unverzichtbare Medikamente, insbesondere zur Behandlung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, vom nationalen Gesundheitssystem abgedeckt werden sollten. Dies sei eine “notwendige Reform für ein gerechtes und funktionierendes Gesundheitssystem.”
Sorgen über falsche Verschreibungen
Der Experte äußerte zudem Bedenken hinsichtlich falsch ausgestellter Rezepte, insbesondere beim unangemessenen Einsatz von Antibiotika und starken Medikamenten.
“Antibiotika sollten ohne ärztliche Aufsicht nicht für den häuslichen Gebrauch verschrieben werden. Intravenöse Infusionen und Injektionen, die allergische Reaktionen auslösen können, müssen unter medizinischer Kontrolle erfolgen,” sagte Geybulla.
Er forderte strengere Vorschriften und eine Anpassung an internationale medizinische Standards, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden und den rationalen Umgang mit Arzneimitteln zu fördern.
