Aserbaidschan kämpft für den Schutz der Störe im Kaspischen Meer

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Die Bestände an Stören und Rotfischen im Kaspischen Meer sind bedroht. Früher stammten 80 % der weltweiten Störvorkommen aus dem Kaspischen Meer, heute stehen viele Arten auf der Roten Liste. Experten betonen, dass das Problem viel ernster ist, als es auf den ersten Blick erscheint.

In Aserbaidschan leben sechs Störarten, doch ihre Zahl nimmt in den letzten Jahren rapide ab. Fachleute schlagen Alarm: Bleibt der Trend bestehen, könnten alle Arten nur noch „buchstäblich“ existieren – also völlig aus der Natur verschwinden. Trotz der Bemühungen von Fischzuchtanlagen zur künstlichen Nachzucht reicht das nicht aus, weil künstliche Reproduktion die natürlichen Prozesse nicht ersetzen kann.

So bringt der Iran den Rückgang der Stör-, Rotfisch- und Sprottenbestände mit der Verschmutzung des Kaspischen Meeres durch die Anrainerstaaten in Verbindung. Doch Experten meinen, die Verschmutzung sei nicht der einzige Grund.

Der Leiter des Labors für Hydrobiologie am Institut für Zoologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans, Suleyman Suleymanov, sagte im Interview mit Bizim.Media, der Hauptgrund für den Rückgang der Stör- und Rotfischbestände sei der Verlust ihrer natürlichen Laichplätze.

„Natürlich spielt auch die Verschmutzung eine Rolle. Zur Erhaltung der Fischpopulationen werden Methoden der künstlichen Vermehrung eingesetzt, aber das Ökosystem des Kaspischen Meeres verändert sich durch menschliche Eingriffe massiv, was zum Fischsterben führt“, erklärte er.

Suleyman Suleymanov ist überzeugt, dass künstliche Nachzucht nur das vollständige Aussterben der Arten verhindern kann. Bei einer Reise in die USA habe er gesehen, dass dort die Laichzeit streng geschützt wird und die Menschen das Geschehen auf Bildschirmen verfolgen können. In Aserbaidschan hingegen wird der Fisch oft gefangen, bevor er ablaichen kann – so landet er unreif auf den Tellern.

„Der Fluss Kura hat 50-60 % seines Wasservolumens verloren. Wo sollen die Fische laichen? Während der Laichzeit stoßen sie auf das Varvarin-Stausee, und der Damm blockiert ihre Wanderung. Der Rotfisch hat die Besonderheit, nach dem Laichen zu sterben. Der Laich müsste sich auf natürlichem Weg erneuern, doch weil der Zyklus unterbrochen ist, sterben die Fische“, betonte der Experte.

Er wies außerdem darauf hin, dass der Sprottenbestand im Kaspischen Meer derzeit auf zufriedenstellendem Niveau ist. Zuvor war die Zahl der Sprotten aufgrund invasiver Arten aus dem Schwarzen Meer drastisch gesunken, da diese die Nahrungsgrundlage vernichteten. Jetzt ist das Problem gelöst.

Abschließend betonte Suleymanov, dass ohne die Wiederherstellung des Ökosystems des Kaspischen Meeres künstliche Methoden das Problem nicht vollständig lösen können.

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