Ein Verbraucher in Baku berichtet, dass er ins Krankenhaus eingeliefert wurde, nachdem er ein Vitaminpräparat eingenommen hatte, das angeblich mit einem gefälschten Verfallsdatum verkauft wurde. Der Fall unterstreicht die wachsende Besorgnis über gefälschte oder umetikettierte pharmazeutische Produkte in Aserbaidschan.
Laut Khazar TV hatte der Bürger, Elvin Aliyev, auf Empfehlung eines Arztes zwei Packungen Vitamine in einer Apotheke gekauft. Nach der Einnahme verschlechterte sich sein Gesundheitszustand.
Als er das Etikett abzog, entdeckte er darunter einen zweiten Aufkleber – das ursprüngliche Verfallsdatum, das bereits abgelaufen war. Der obere Aufkleber zeigte ein neues, verlängertes Datum.
Aliyev behauptet, dass die Haltbarkeit des Produkts abgelaufen war, die Apotheke es jedoch weiterhin mit geänderter Kennzeichnung verkaufte. Nach seiner Hospitalisierung wandte er sich an die Medien, woraufhin Reporter die betreffende Apotheke besuchten.
Unternehmen weist Manipulationsvorwurf zurück – verweist auf Datumsformat-Unterschied
Der Vertriebspartner Buta Pharm wies jegliches Fehlverhalten zurück und erklärte, das Produkt — „Multivita“, hergestellt in Südkorea — sei legitim, und die Verwirrung sei auf das unterschiedliche Datumsformat koreanischer Hersteller zurückzuführen.
„In Korea ist das Standardformat Jahr–Monat–Tag, nicht Tag–Monat–Jahr“, erklärte das Unternehmen. „Das aufgedruckte Datum ‘26.07.22’ bezieht sich auf das Herstellungsdatum – den 26. Juli 2022 – und das Verfallsdatum ist der 22. Juli 2026. Dies ist in den offiziellen koreanischen Exportpapieren dokumentiert.“
Behörden rufen Bürger auf, verdächtige Produkte zu melden
Das Zentrum für analytische Expertise des Gesundheitsministeriums teilte mit, dass der Fall nur nach Erhalt einer offiziellen schriftlichen Beschwerde des betroffenen Verbrauchers untersucht werde.
„Sobald ein formeller Antrag eingereicht wird, wird die Angelegenheit gemäß der Gesetzgebung geprüft“, erklärte die Behörde und fügte hinzu, dass unangekündigte Inspektionen durchgeführt werden könnten, wenn Verstöße vermutet werden.
Ein größeres Problem
Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass dieser Fall tiefere Schwächen in der pharmazeutischen Aufsicht offenlegt. Viele Apotheken arbeiten ohne gründliche Überprüfung der importierten Verpackung oder der Umetikettierung, insbesondere bei Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminen, die zwischen Lebensmittel- und Arzneimittelkategorien fallen.
Gesundheitsexperten warnen, dass selbst kleine Fehler – oder vorsätzliche Manipulationen – ernsthafte Gesundheitsschäden verursachen können, insbesondere wenn Haltbarkeitsdaten unklar oder verändert sind.
„Es geht hier nicht nur um ein Vitamin“, sagte ein Apotheker, der anonym bleiben wollte. „Es geht um das Vertrauen in die gesamte Lieferkette – vom Importeur über den Apotheker bis zum Patienten.“
