Präsident Ilham Aliyev bezeichnete seinen Arbeitsbesuch in Washington auf Einladung von US-Präsident Donald Trump als Beginn eines “neuen Kapitels der Zusammenarbeit und strategischen Partnerschaft” zwischen Aserbaidschan und den USA. Gegenüber aserbaidschanischen Medien nannte er das Treffen mit Trump “herzlich, freundschaftlich und ergebnisorientiert” und hob die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zur Einrichtung einer Strategischen Arbeitsgruppe für eine US–Aserbaidschan-Partnerschaftscharta sowie die Aufhebung von Section 907 des Freedom Support Act hervor.
Die Charta soll laut Aliyev die künftige Zusammenarbeit in gegenseitigen Investitionen, Energie, Verkehr, Transit, Sicherheit, Künstlicher Intelligenz und Verteidigungsindustrie abstecken. Nach “vier verlorenen Jahren” unter der Biden-Regierung, in denen die Beziehungen “eingefroren” gewesen seien und vom Armenien–Aserbaidschan-Konflikt geprägt waren, mahnte er rasches Vorankommen an.
Zur Aufhebung von Section 907 — einem US-Kongresszusatz, der seit 1992 Hilfe für Aserbaidschan einschränkt — sagte Aliyev, dies sei ein “symbolischer Akt der Gerechtigkeit”; Aserbaidschan brauche zwar keine Auslandshilfe mehr, doch sende die Entscheidung ein starkes politisches Signal.
Er betonte zudem die historische Bedeutung des in Anwesenheit Trumps im Weißen Haus initialierten Friedensabkommens mit Armeniens Premier Nikol Paschinjan. Zusammen mit dem gemeinsamen Antrag an die OSZE, die Minsker Gruppe aufzulösen, beseitige dies zentrale Hürden für einen endgültigen Friedensvertrag.
Aliyev unterstrich, dass Verfassungsänderungen in Armenien zur Streichung territorialer Ansprüche gegen Aserbaidschan entscheidend für die Unterzeichnung seien — “vor allem eine Frage des Respekts gegenüber den Vereinigten Staaten”.
Zu Bedenken in US-Medien über christliche Gemeinden in Karabach sagte Aliyev, Aserbaidschan sei ein Zentrum des Multikulturalismus, wo ethnische und religiöse Gruppen “wie eine Familie” lebten. Langjährige anti-aserbaidschanische Narrative wies er als Werk der armenischen Lobby und ehemaliger US-Beamter zurück, die Baku feindlich gesinnt seien.
Bei der regionalen Konnektivität bekräftigte Aliyev die Bedeutung einer ungehinderten Landverbindung zwischen dem aserbaidschanischen Kernland und Nachitschewan — eine 2020 eingegangene Verpflichtung — und kündigte an, dass die USA die geplante “Trump Route for International Peace and Prosperity” (TRIPP) managen werden. Der Korridor werde Aserbaidschans Rolle als Transithub stärken, Armenien wirtschaftliche Vorteile bringen und Chancen für die gesamte Region eröffnen.
Als Schritt in Richtung einer möglichen großen Ölentdeckung nannte er das Exxon–SOCAR-Kooperationsmemorandum und betonte, dass Energie — Öl, Gas und Erneuerbare — eine tragende Säule der Beziehungen USA–Aserbaidschan bleibe. Aserbaidschanisches Erdgas versorge bereits 14 Länder, darunter 10 NATO-Mitglieder; zudem baue Baku Exporte in den Nahen Osten aus.
“Wir erleben heute einen wahrhaft historischen Tag für Sicherheit, Stabilität, Frieden, wirtschaftliche Chancen, Investitionen und Energiesicherheit im Südkaukasus”, so Aliyev. “Wir dürfen keine Zeit verlieren — ist das Friedensabkommen initialiert, darf seine Unterzeichnung nicht aufgeschoben werden.”
Aliyev: Der 8. August ist ein historischer Wendepunkt in den Beziehungen Aserbaidschan–USA und für den Frieden im Südkaukasus
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