Anschlag in Chankendi Zielte auf Friedenssabotage, Kein Spionagekomplott

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Prof. Toghrul Ismayil, Leiter des Fachbereichs Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der Universität Kahramanmaraş Sütçü İmam, bewertete in einem Interview mit Daily Europe Online den jüngsten Vorfall in Chankendi und die regionalen Dynamiken.

Anschlag in Chankendi
Ismayil erklärte, dass der bewaffnete Angriff in Chankendi weder mit den aserbaidschanischen noch den armenischen Sicherheitsdiensten verbunden sein könne, da keine Seite derzeit von einer Destabilisierung profitiere. Stattdessen beschrieb er den Angriff als geplante Tat revanchistischer Kreise in Eriwan, die den laufenden Friedensprozess untergraben sollten. Er verwies auf Beweise für versteckte Waffen und die Vorbereitung des Angreifers und bezeichnete dies als „systematischen Schritt zur Störung“.

Friedensprozess und Zangezur-Korridor
Der Professor stellte fest, dass die meisten Bedingungen für die Transitroute durch Armenien –oft als Zangezur-Korridor bezeichnet– bereits vereinbart wurden, wobei die einzige verbleibende Frage die formelle Unterzeichnung eines Friedensvertrags sei.

Er begrüßte auch die jüngste Entscheidung Armeniens, das Bild des Ararat/Ağrı Dağı von offiziellen Grenzstempeln zu entfernen, da der Berg in der Türkei liegt und die internationale Toponymie diese Tatsache widerspiegeln sollte.

Israel, Gaza und Debatten über die Türkei
Mit Blick auf den Nahen Osten kritisierte Ismayil die Politik des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu im Gazastreifen. Zwei Jahre militärischer Operationen hätten weder die Hamas beseitigt noch Israels Sicherheit verbessert.

Er warnte, dass Diskussionen über eine mögliche Konfrontation mit der Türkei „leichtsinnig“ seien. Die Türkei sei als zweitgrößte Militärmacht der NATO nicht mit kleineren regionalen Akteuren vergleichbar, und jede Eskalation hätte schwerwiegende Folgen.

US-Politik Unter Trump
Zur US-Außenpolitik sagte Ismayil, er beurteile das zweite Regierungsteam von Präsident Donald Trump im Vergleich zu dessen erster Amtszeit als „weniger professionell“ und zu stark auf kurzfristige wirtschaftliche Gewinne fixiert.

Er stellte fest, dass die europäischen Verbündeten Washingtons härtere Vorschläge eingeschränkt hätten, während sich die NATO ausgeweitet habe und mehr finanzielle Verantwortung auf Europa übergegangen sei.

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