Armenien und Pakistan haben sich darauf geeinigt, diplomatische Beziehungen aufzunehmen, nachdem sich Außenminister Ararat Mirzoyan und sein pakistanischer Amtskollege Ishaq Dar am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in China getroffen hatten. Nach Angaben des armenischen Außenministeriums begrüßten beide Minister die Entscheidung und erörterten Perspektiven für eine zukünftige bilaterale Zusammenarbeit. Am Ende der Gespräche unterzeichneten sie ein gemeinsames Kommuniqué, das die Aufnahme diplomatischer Beziehungen formalisiert.
Von Gegnern zu Gesprächspartnern
Seit der Unabhängigkeit Armeniens im Jahr 1991 hatten Eriwan und Islamabad keine diplomatischen Beziehungen, da Pakistan Aserbaidschan im Konflikt um Bergkarabach konsequent unterstützt hatte. Jahrzehntelang führte die armenische nationale Sicherheitsdoktrin Pakistan sogar als Bedrohung für die Staatssicherheit.
Die Entscheidung stellt eine historische Wende dar. Sie erfolgt nur wenige Wochen, nachdem die Außenminister Armeniens und Aserbaidschans am 8. August in Washington ein Friedensabkommen paraphiert hatten, das einen Rahmen für die regionale Versöhnung festlegt.
Fokus auf Friedensagenda
Während der Gespräche stellte Mirzoyan die umfassenderen Bemühungen Armeniens vor, dauerhafte Stabilität im Südkaukasus zu sichern, und betonte, dass die Normalisierung mit Aserbaidschan im Zentrum dieser Strategie stehe.
Die Ankündigung unterstreicht die jüngste Neuausrichtung der armenischen Außenpolitik, die darauf abzielt, Partnerschaften zu diversifizieren und über langjährige Feindseligkeiten im Zusammenhang mit dem Karabach-Konflikt hinauszugehen.
