Die regierende Partei “Ziviler Vertrag” Armeniens hat einen neuen 20-köpfigen Vorstand angekündigt, nach einem internen Kongress, bei dem Premierminister Nikol Pashinyan erneut zum Parteivorsitzenden gewählt wurde. Die Führungsliste wird von hochrangigen Beamten und Abgeordneten dominiert, was Pashinyans anhaltende Kontrolle über die Partei trotz wachsender politischer Herausforderungen unterstreicht.
Laut armenischen Medienberichten, die von Report zitiert wurden, umfasst der Vorstand Wirtschaftsminister Gevorg Papoyan, Verteidigungsminister Suren Papikyan, Vize-Premierminister Ruben Rubinyan, Parlamentspräsident Alen Simonyan und den Bürgermeister von Jerewan, Tigran Avinyan. Die Abstimmung war jedoch von verfahrenstechnischen Kontroversen überschattet. Die elektronische Auszählung zeigte mehr Stimmzettel als Delegierte, was Bedenken hinsichtlich Unregelmäßigkeiten aufwarf. Berichten zufolge verlangte Pashinyan eine Erklärung. Parteifunktionäre erklärten später, dass eine manuelle Nachzählung durchgeführt werde, um die Ergebnisse der Wahlen für den Vorstand, dessen Vorsitz und die Prüfungskommission der Partei zu überprüfen.
Die interne Abstimmung fand zu einem heiklen Zeitpunkt für Pashinyan statt. Obwohl seine Partei eine parlamentarische Mehrheit behält, steht seine Regierung unter Druck wegen der verschlechterten Beziehungen zur Armenischen Apostolischen Kirche und der Opposition, die ihm vorwirft, die Souveränität des Landes durch engere Beziehungen zum Westen geschwächt zu haben. Die Konsolidierung loyaler Beamter in der Führungsstruktur der Regierungspartei signalisiert einen Versuch, die Einheit in einer Zeit zunehmender politischer Polarisierung zu stärken.
Analysten stellen fest, dass die innere Kohäsion des Zivilen Vertrags entscheidend sein wird, während Armenien sich in einer sich wandelnden regionalen Landschaft bewegt, einschließlich fragiler Beziehungen zu Russland, verstärktem westlichen Engagement und ungelösten Spannungen mit Aserbaidschan.
