Die Regierung Armeniens unter Premierminister Nikol Pashinyan hinterlässt nach Ansicht von Experten ein „katastrophal schlechtes Erbe“: explodierende Staatsschulden, verantwortungsloses Ausgeben und keinen klaren Weg zur Erholung.
Der Ökonom Nairi Sargsyan, Leiter der Initiative „Armenia is Me“, warnte, dass die Schulden des Landes nicht wie von Beamten behauptet um 1 Milliarde US-Dollar, sondern um 1,5 Milliarden in nur einem halben Jahr gestiegen seien und Armeniens Verbindlichkeiten fast 13,8 Milliarden erreicht hätten. „Diese Schulden bringen keine Rendite“, sagte Sargsyan gegenüber Sputnik Armenia. „Wären sie in Fabriken oder Landwirtschaft investiert worden, könnte zumindest ein Teil zurückgezahlt werden. Stattdessen fließt es in Asphalt, Regierungsautos und Sommerresidenzen. Die Bevölkerung bleibt mit höheren Steuern, Inflation und ohne Wachstum zurück.“
Eine Hohe Rechnung für die Bürger
Allein die Zinszahlungen überschreiten jährlich 400 Milliarden Dram (über 1 Milliarde US-Dollar), was bedeutet, dass die Armenier faktisch mit 4.600 US-Dollar Schulden pro Kopf belastet sind.
Sargsyan errechnete, dass das Geld, das derzeit in den Schuldendienst fließt, die Renten monatlich um 50.000 Dram hätte erhöhen können.
Stattdessen steht die Öffentlichkeit höheren Steuern, steigenden Zinsen und sinkenden Kreditmöglichkeiten gegenüber – während die Regierung auf neue Kredite besteht.
Ein Erbe des Niedergangs
Sargsyan zeichnet ein düsteres Bild dessen, was Armeniens nächste Führer erben werden:
„Selbst rund um die Uhr zu arbeiten wird nicht ausreichen, um die Zerstörung der heutigen Regierung rückgängig zu machen. Pashinyan hat nicht nur die Wirtschaft ruiniert, sondern auch die Grundlagen der Erholung untergraben. Wenn die nächste Regierung seinen Populismus wiederholt, wird Armenien weitere fünf Jahre des Niedergangs erleben.“
Laut offiziellen Daten belief sich Armeniens Staatsverschuldung zum 31. März 2025 auf 5,3 Billionen Dram – ein Anstieg von 5,8 % in Dollar seit Jahresbeginn.
